«Die reine Stimme interessiert mich nicht»
Lieben Sie Pavese?
Ich kenne Pavese. Und habe einiges von ihm sehr gern gelesen.
Darf ich Ihnen dann den unlängst auf Deutsch erschienenen Roman «Die einsamen Frauen» empfehlen? Ein zauberhaftes Buch.
Vielen Dank für den Tipp. Aber ich möchte den Roman lieber im Original lesen. Ich habe schließlich viele Jahre lang in Italien gelebt.
Sie sind als sehr junge Frau dorthin gegangen. Eine beruflich mutige Entscheidung.
Ich muss Sie enttäuschen. Es waren rein private Gründe.
Schade, denn der Wechsel von Dresden nach Turin liest sich in einer Vita immer umwerfend.
Das war auch ein mutiger Schritt, als 21-Jährige, natürlich. Ich ging nach Italien, ohne das Land je zuvor gesehen zu haben. (lacht)
Aber warum leben Sie jetzt in Spanien?
Auch aus privaten Gründen. (lacht)
Gibt es auch Dinge, die Sie nicht aus privaten Gründen machen?
Die gibt es schon. Aber ich denke, man sollte viel häufiger Dinge nur aus privaten Gründen tun. Man macht das vielleicht viel zu wenig.
Könnten Sie noch nach Deutschland zurückkehren?
Ehrlich gesagt, nein. Ich bin immer froh, wenn ich hier im Theater arbeiten kann. Alles ist wunderbar organisiert. Aber ständig hier zu leben, kann ich mir nicht vorstellen. Es gibt in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Von fremden Ländern und Menschen» erzählt Robert Schumann in einer seiner «Kinderszenen», Harald Braun intoniert sie an einem Flügel, in dem kurz darauf ein «Flügelwesen» zu verschwinden droht: eine stimmige Art und Weise, einen Abend lang ein Stück Sehnsucht wie «Das Paradies und die Peri» so in der Schwebe zu halten, als gäbe es zwischen Himmel und Erde Dinge,...
Seine Miene konnte mürrisch sein, sein Ausdruck melancholisch. Ein düsterer Charakter? Im Gegenteil. «Heiter, umgänglich, vergnügt und von Natur aus buffonesk». So beschreibt Giuseppe Carpani Joseph Haydn. Carpani, Zeitgenosse des Komponisten, Literat und Musikinfizierter, hat mit Haydn vierhändig gespielt und nach dessen Tod einen Band mit fiktiven Briefen...
Wenn Text und Musik einer Opernpartitur die Grundlage aller Überlegungen für eine Inszenierung abgeben, wie Regisseure gern betonen, ohne immer danach zu handeln, dann gilt für die Werke Richard Wagners noch etwas anderes. Das Wesen des Musiktheaters, der Kern, war für ihn das Drama, «das wirklich vor unseren Augen sich bewegende Drama», das, was in Bildern einer...
