Die Perlen der Cleopatra

Sabine Devieilhe triumphiert in Paris in Händels «Giulio Cesare in Egitto»

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Die Oper «Giulio Cesare in Egitto» verdiente eher den Titel «Cleopatra diventa regina seducendo Cesare»: Kleopatra wird Königin, indem sie Cäsar verführt – so ließe sich der Inhalt von Händels 1724 uraufgeführtem Dreiakter wohl triftiger zusammenfassen. Die letzte Herrscherin des Pharaonenreiches wird darin mit nicht weniger als acht Arien bedacht. Damit singt sie exakt so viele wie die Titelfigur – nur dass Cleopatra in Sachen Qualität die legendäre Nase vorne hat.

Einem Wurf wie «Se pietà di me non sentir» hat Cesare nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen, nicht einmal das ergreifende Accompagnato, mit dem der Totengräber der römischen Republik seines gemeuchelten Gegenspielers Pompeius gedenkt. Nicht von Ungefähr hat Natalie Dessay 2010 ein ganzes Album mit «königlichen» Arien aus «Giulio Cesare» aufgenommen. 

Geben wir also Cleopatra, was Cleopatra gehört. Die kongeniale Verkörperung des hochkarätigen Parts durch Sabine Devieilhe war mit Abstand der größte Anreiz für den Besuch der Neuproduktion, die am Pariser Théâtre des Champs-Elysées aus der Taufe gehoben wurde (künftige Aufführungen an den koproduzierenden Opernhäusern in Leipzig, Montpellier, Rom und Toulouse sehen ...

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Opernwelt 7 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Marc Zitzmann

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