Die Perlen der Cleopatra
Die Oper «Giulio Cesare in Egitto» verdiente eher den Titel «Cleopatra diventa regina seducendo Cesare»: Kleopatra wird Königin, indem sie Cäsar verführt – so ließe sich der Inhalt von Händels 1724 uraufgeführtem Dreiakter wohl triftiger zusammenfassen. Die letzte Herrscherin des Pharaonenreiches wird darin mit nicht weniger als acht Arien bedacht. Damit singt sie exakt so viele wie die Titelfigur – nur dass Cleopatra in Sachen Qualität die legendäre Nase vorne hat.
Einem Wurf wie «Se pietà di me non sentir» hat Cesare nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen, nicht einmal das ergreifende Accompagnato, mit dem der Totengräber der römischen Republik seines gemeuchelten Gegenspielers Pompeius gedenkt. Nicht von Ungefähr hat Natalie Dessay 2010 ein ganzes Album mit «königlichen» Arien aus «Giulio Cesare» aufgenommen.
Geben wir also Cleopatra, was Cleopatra gehört. Die kongeniale Verkörperung des hochkarätigen Parts durch Sabine Devieilhe war mit Abstand der größte Anreiz für den Besuch der Neuproduktion, die am Pariser Théâtre des Champs-Elysées aus der Taufe gehoben wurde (künftige Aufführungen an den koproduzierenden Opernhäusern in Leipzig, Montpellier, Rom und Toulouse sehen ...
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Opernwelt 7 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Marc Zitzmann
Johann Wolfgang von Goethe war nicht nur ein von Gott gesandter Dichter, er bekundete seine Souveränität auch im Umgang mit anderen Künsten, zumal der Musik. Beleg ist eine Sentenz, die sich in Goethes Gesprächen mit Eckermann unter dem Datum 11. März 1828 findet: «Denn was ist Genie anders, als jene produktive Kraft, wodurch Taten entstehen, die vor Gott und der...
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
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- Sondheim, Sweeney Tod: 2.
- Britten, A Midsummer Night’s Dream: 3.
Altenburg siehe Gera
Annaberg-Buchholz Winterstein-Theater
Tel. 03733/140 71 31 ...
Man muss gar nicht in den hintersten Winkeln uralter Bibliotheken stöbern, um so Unerhörtes wie Alessandro Scarlattis «Il Cambise» aufzustöbern. Maestro Alessandro Quarta entdeckte das späte Meisterwerk des 1660 in Palermo geborenen überproduktiven Komponisten im digitalen Archiv der Biblioteca del Conservatorio di Musica S. Pietro a Majella in Neapel und schlug es...
