Die Kunst kommt zuletzt

Wie Italien seine Opernhäuser ruiniert

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Politiker, egal ob links oder rechts, scheinen bisweilen gleich unfähig, Kulturpolitik zu treiben, wiewohl aus verschiedenen Gründen. Wie wenig Ahnung sie von der Materie haben, über die sie entscheiden, zeigte in Italien etwa der tragikomische Streit über das Pensionsalter von Musikern, Sängern und Tänzern. Um «Privilegien» zu beseitigen, wurde 2004 für diese Gruppen das Pensions­alter «angeglichen», will heißen auf fünf­undsechzig, für Frauen auf sechzig Jahre angehoben. Das hätte das Aus für alle italienischen Ballettkompanien bedeutet.

Jetzt gewann zwar nicht die Vernunft, aber die Angst, sich lächerlich zu machen, die Oberhand. Anfang 2005 kehrte man um: nicht zum ursprüng­lichen Zustand des Pensionsalters von fünfundvierzig/vierzig Jahren, sondern – ein bisschen Sparen muss sein – zum Gesetz Dini von 1995: Tänzer arbeiten mindestens bis zweiundfünfzig, Tänzerinnen bis siebenundvierzig Jahre. Bis sechzig müssen Hornistenlippen, Geigerbandscheiben und Chor­stimmbänder halten.
Nicht so offenkundig, aber nachhaltig spuckte die Politik der Oper mit dem Reformgesetz 367 vom Juni 1996 (Mitte-links-Regierung) in die Suppe. Die dreizehn staatlich subventionierten «Enti lirici» wurden ...

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Opernwelt Juni 2005
Rubrik: magazin, Seite 17
von Dietmar Polaczek

Vergriffen
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