Die Geschichte geht weiter
Der Anfang des 20. Jahrhunderts war eine Zeit der Manifestationen und Doktrinen politischer wie künstlerischer Provenienz. Das betrifft selbst Leute, bei denen man es kaum erwarten würde. Hugo von Hofmannsthal verfasste, um den von ihm mitbegründeten Salzburger Festspielen einen programmatischen Rahmen zu geben, anno 1919 ein Manifest. Liest man das heute, reibt man sich verwundert die Augen.
Auf die fiktive Frage, «Wenn schon Festspiele, warum gerade in Salzburg?» antwortet Hofmannsthal beispielsweise mit einer nationalistisch-chauvinistischen Sentenz: «Der bayrisch-österreichische Stamm war von je der Träger des theatralischen Vermögens unter allen deutschen Stämmen. Alles, was auf der deutschen Bühne lebt, wurzelt hier, so das dichterische Element, so das schauspielerische.»
Und natürlich ebenso die Oper, die für den Dichter des «Jedermann» und Richard-Strauss-Librettisten auf gleicher Stufe zu stehen habe («...denn die beiden sind im höchsten Begriff nicht voneinander zu trennen»). Eine Abschrift dieses Traktats findet sich in der Ausstellung mit dem doch etwas großmauligen Titel «Das große Welttheater. 90 Jahre Salzburger Festspiele». Hauptort der von Virgil Widrich ...
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