Die Angst zu reden

Schostakowitschs Operette «Moskau, Tscherjomuschki» in Dresden und Berlin

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Wer Schostakowitsch vor allem als politischen Komponisten kennt, kann kaum glauben, dass er auch eine Operette komponiert hat. Doch «Moskau, Tscherjomuschki» entlarvt, bei allem Humor, die sowjetischen Realitäten nicht weniger als Schostakowitschs Symphonien. Das Stück entstand in der kurzen Tauwetterperiode nach der von Chruschtschow eingeleiteten Entstalinisierung. Es geht um eine bunte Truppe Moskauer Bewohner, die ihre modrigen Wohnungen verlassen und in die neue Trabantensiedlung Tscherjomuschki einziehen darf.



Im Februar lief das Stück gleich an zwei Bühnen: In der Schiller Theater-Werkstatt der Berliner Staatsoper und im Anbau «Semper 2» der Dresdener Oper. Die Berliner Inszenierung von Neco Celik ist – ungewöhnlich für eine Werkstattbühne – eine Wiederaufnahme von 2012. Eng geht es hier zu, für mehr als je zwei Zuschauerreihen beidseitig der Spielfläche ist kein Platz. Stephan von Wedels Installation aus wackeligen Abflussrohren lässt sofort eine Neubausiedlung assoziieren. Vor zwei Jahren hielt man sich viel darauf zugute, für den Chor ­Jugendliche aus Berlin mit russischen Wurzeln gewonnen zu haben. Die sind jetzt durch einen schlagkräftigen Jugendchor ersetzt worden ...

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Opernwelt April 2014
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Udo Badelt

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