Der wahre Jakob
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere war Giacomo Meyerbeer der erfolgreichste Opernkomponist weltweit. Heute, 150 Jahre nach seinem Tod, sind seine Werke dem breiten Publikum kaum bekannt. Nicht nur wegen des runden Jubiläums war ein neues Buch über den «Meister der Grand Opéra» seit Langem überfällig. Die beiden Autoren haben gemeinsam mit der wissenschaftlichen Edition der Werke, Briefe und Tagebücher in den vergangenen Jahrzehnten die Grundlagen der neueren Meyerbeer-Forschung gelegt und können nun in jeder Hinsicht aus dem Vollen schöpfen.
Angefangen mit der improvisierten Geburt am 5. September 1791 in einer Poststation östlich von Berlin bis zum frühmorgendlichen Hinscheiden am 2. Mai 1864 im Beisein von Familie, Verleger und Dienerschaft wird der reise- und ereignisreiche Lebenslauf Meyerbeers vorwiegend aus den privaten Dokumenten entwickelt. So ergibt sich nun ein völlig neuer und intimer Blick auf einen überragenden Künstler, der von tendenziell missgünstigen oder antisemitischen Zeitgenossen zumeist als unnahbare Persönlichkeit des öffentlichen Lebens wahrgenommen und geschildert wurde.
In der vorliegenden Biografie begegnen wir ihm als kontaktfreudigen, geistreichen, hoch ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Arnold Jacobshagen
Es scheint dem Intendanten Frédéric Chambert ein besonderes Anliegen zu sein, der Gegenwart in der BelcantoStadt mehr Platz einzuräumen. Für den als Auftragswerk des Théâtre du Capitole soeben uraufgeführten Dreiakter «Les Pigeons d’argile» wandte er sich an Philippe Hurel, einen Komponisten aus Pierre Boulez’ IRCAM. Bislang hatte sich Hurel auf Instrumental- und...
Mut zum Scheitern, Lust am Gelingen
Der Juli ist der Monat des zeitgenössischen Musiktheaters – nicht nur in Wien bei den Festwochen und in München auf der Biennale, wo u. a. Marko Nikodijevics «Vivier» uraufgeführt wurde (Foto). Die Bayerische Staatsoper bringt einen Klassiker heraus, Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten»; in Mannheim und Düsseldorf besuchen wir neue...
Er hätte nicht gehen müssen. Zwar wurde Fritz Busch, zweifellos einer der größten Dirigenten des 20. Jahrhunderts, im März 1933 von SA-Horden aus seinem Amt als Musikchef der Dresdner Semperoper vertrieben – ein Eklat, bei dem sich das Solistenensemble (mit nur fünf Ausnahmen) und die Staatskapelle unrühmlich verhielten. Doch Hermann Göring, bei dem Fritz Busch...
