Der Mond, das ist unsere Erde
Immer wieder «Katja Kabanova», «Jenufa», auch «Die Sache Makropulos» und «Aus einem Totenhaus»: Leos Janácek hat noch andere Opern geschrieben, die auf unseren Spielplänen viel zu selten erscheinen und die in mancherlei Beziehung beinahe interessanter sind als die genannten Werke, weil sie in ihrer scheinbaren Brüchigkeit und Uneinheitlichkeit vielfältige Einblicke in die biografische und psychische Situation des Komponisten Janácek vermitteln.
Eine dieser Opernraritäten trägt den Titel «Die Ausflüge des Herrn Broucek».
Die Tatsache, dass nach vereinzelten Aufführungen in Wien und Gera während der letzten Jahre, davor auch schon in München und Graz, jetzt gleich zwei Musikbühnen sich des Werks annehmen, scheint eine Kehrtwende in der Beurteilung des «Broucek» anzukündigen. Die Perspektiven haben sich verändert und geweitet, und auch die formalen Schwierigkeiten, die diese Oper manchen Regisseuren bereitete, sind keine mehr. Komplizierte Zeit- und Raumstrukturen sind geradezu ein charakteristisches Kennzeichen vieler moderner Musiktheater-Stücke.
Im «Broucek» geht es dabei noch vergleichsweise traditionell zu: Vom Wirtshaus auf der Prager Burg fliegt der betrunkene Broucek zum ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zum 100. Geburtstag von Rimsky-Korsakow überraschte das Teatro Lirico in Cagliari mit einer szenisch und musikalisch gelungenen Inszenierung des Meisterwerks «Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und der Jungfrau Fewronia». Die Koproduktion mit dem Bolschoi Theater wird im Oktober auch in Moskau gespielt. Die vorletzte Oper des Komponisten wurde in...
Niobe will alles – Macht, Liebe, Unsterblichkeit – und fordert den Himmel heraus. Aber die Götter rächen ihre Hybris, und sie verliert alles: ihre Kinder, den Gatten Anfione, zuletzt das eigene Leben. Versteinerung ist der Preis, den sie für ihren Hochmut bezahlen muss. Maßlos wie die Gestalt der antiken Mythenfigur war auch der Schwetzinger Theaterabend, der...
Die Urlauberinsel Gran Canaria bringt man bei uns kaum mit Oper in Verbindung, es sei denn, man weiß, dass Alfredo Kraus hier geboren wurde. Dabei gibt es in der Hauptstadt Las Palmas schon seit 41 Jahren ein Opernfestival, das von dem Verein «Amigos Canarios de l’Opéra» veranstaltet und vom Staat, von der Stadt, vor allem aber von solventen Sponsoren finanziert...
