Der Menschenfreund

Sein Motto lautet, im Schauspiel wie in der Oper: Suchen und Fragen. Außerdem ist Jossi Wieler ein bekennender Teamplayer. Nun wird der Regisseur 70 Jahre alt. Eine Hommage

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Seit seinem Operndebüt mit Mozarts «Titus» 1994 an der Staatsoper Stuttgart gehört Jossi Wieler zu den profiliertesten Regisseuren des Musiktheaters. Der gebürtige Schweizer ist in vieler Hinsicht ein Solitär. Wie die meisten Kollegen seiner Generation hat auch er im Schauspiel begonnen, das Worttheater mit den ungleich schwierigeren Anforderungen aber niemals gänzlich aufgegeben. Und er ist ein Teamplayer – ein Menschenfreund, der den Dialog sucht und dessen Ethos geprägt ist vom Werkstattgedanken.

Seit Jahrzehnten arbeitet er überwiegend mit der Bühnenbildnerin Anna Viebrock und als Opernregisseur ausschließlich im Duo mit dem Dramaturgen Sergio Morabito zusammen. Viebrocks Räume mit ihren erfundenen Wirklichkeiten setzen den strengen Rahmen, Morabitos akribische Philologie im Umfeld von Libretto und Musik lotet die Differenz zwischen dem historischen Status der Werke und ihrer heutigen Rezeption aus. Kennzeichnend für Wielers Zugriff ist eine Radikalität des Suchens und Fragens – er selbst spricht von «Archäologie» –, die die nicht verbalisierte Innenwelt von Texten und Figuren freilegt und dabei Verdrängtes und Tabuisiertes ans Licht bringt.

Auch für ihn gilt die Devise Klaus ...

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Opernwelt August 2021
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Uwe Schweikert

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