Der Krieg ist nicht vorbei
Das Ende des Trojanischen Krieges liegt schon einige Jahre zurück. Idomeneo, König von Kreta, hat längst abgedankt, Sohn Idamante hat die Geschäfte übernommen und mit Ilia einen hübschen Knaben gezeugt. Der glückliche Ausgang von Mozarts Musikdrama legt eine solche Fortsetzung nahe. Alles hat sich zum Besten entwickelt: Frieden zwischen den Völkern, Liebe unter den Menschen, eine gerechte Staatsform. Nur einer bleibt außen vor: Idomeneo.
Der einstige Held hat die Schrecken des Krieges und des Zwangs, seinen eigenen Sohn opfern zu müssen, nicht verarbeitet, ist früh gealtert, ein gebrochener Mann. Die Gespenster der Vergangenheit bedrängen ihn. In Benedikt von Peters Inszenierung steht die als fragmentarische Rückblende erzählte Geschichte seiner Traumatisierung im Mittelpunkt. Gestellt ist sie in einen fast leeren Raum (Annette Kurz) – eine Holzkonstruktion, die ein gestrandetes Floß oder ein Schiffswrack darstellen soll. 100 Stühle gemahnen an die Kriegstoten, die den König verfolgen.
Die schlüssig klingende Konzeption wirft in der Umsetzung einige Probleme auf. Sie betreffen vor allem die erzählerische Perspektive. Ist der hinfällige, augenscheinlich demente Idomeneo überhaupt ...
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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Ekkehard Pluta
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