Der Adlerblick blieb

Ein Bildband vereint alle erhaltenen Fotografien von Richard Wagner

Opernwelt - Logo

Jeder macht sich sein Bild von Wagner. Aber welche Bilder haben wir eigentlich von ihm? Gunther Braam, im Hauptberuf Gymnasiallehrer in München, im Nebenberuf ein leidenschaftlicher Berlioz-Forscher, Ikonografie-Kenner und Herausgeber von Noteneditionen, hat sämtliche 68 von Wagner erhaltenen Fotografien zusammengetragen und in chronologischer Reihenfolge publiziert. Das Ergebnis ist kein Fotoalbum, sondern ein aufwändig gestalteter Band mit wissenschaftlichem Anspruch, in dem jahrelange Arbeit steckt.

Das Projekt wäre denn auch nach dem Rückzug eines Verlages fast gescheitert und hat jetzt bei ConBrio seine Heimat gefunden – großzügig unterstützt von zahlreichen Privatpersonen und Institutionen.

Braam beschreibt in der Einleitung Techniken und Abläufe von fotografischen Sitzungen im mittleren und späten 19. Jahrhundert (von Daguerreotypien zu Bildern auf Papier). Posen, Ateliers und Requisiten werden vorgestellt. Wir begegnen Spohr, Rossini, Meyerbeer, Gounod und anderen. Schon faszinierend, diese Nähe zu den Meistern. Der dann folgende Katalogteil lässt sich als biografischer Abriss lesen – zumindest ab 1859, jenem Jahr, in dem (in Paris) wahrscheinlich das erste Fotoporträt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Stephan Mösch

Weitere Beiträge
Geist und Trieb

Kadmos, der Gründer Thebens, ist als König zurückgetreten. Nachfolger wird sein Enkel, der sinnenfeindliche Asket Pentheus, dem das Volk davonläuft, weil es den Orgien des Dionysos erliegt. Alle Verbote sind vergeblich, selbst Pentheus’ Mutter Agaue folgt den Verlockungen des Rauschgottes. Als Pentheus, im Gewand der Mutter, schließlich selbst den Berg Kytheron...

Triumph der jugendlichen Liebe

Mit der «Entführung aus dem Serail» beendet René Jacobs seinen vor 16 Jahren begonnenen Zyklus der Studioproduktionen von Mozarts großen Opern. Er präsentiert das Stück so, wie Mozart es konzipiert hat – als Singspiel mit den ungekürzten, wo nötig allerdings zeitgemäß veränderten Dialogen. Das ist freilich nicht so sensationell neu, wie er wohl glaubt....

«Ich bin kein Meister»

Sir Thomas, Ihre Stimme strahlte stets eine enorme Männlichkeit aus – ohne einen Anflug von Machismo. Eine Frage des Stils?
Eine Absicht steckte nicht dahinter, es war einfach so. Mir wurde schon vor langer Zeit über meine Stimme offen ins Gesicht gesagt: «A baritone with balls ...» Dürfen Sie das überhaupt schreiben? Ich habe das nicht beeinflusst. Für mich war es...