Bunter Junge
Der 1. Oktober 2013 war ein schwarzer Tag im Opernbetrieb der USA. An jenem Dienstag erklärten die Verantwortlichen der New York City Opera die Zahlungsunfähigkeit des Hauses und kündigten die Schließung an. Sieben Jahrzehnte waren damit Geschichte, zugleich war die Abwicklung krasses Sympton einer allgemeinen Krise. Wie die US-amerikanischen Symphonieorchester hatten und haben die Opernkompanien seit der Jahrtausendwende zunehmend Probleme, ein Publikum zu finden, anzusprechen und zu halten.
Damit einher geht die Schwierigkeit, Mäzene und Sponsoren für die beinahe ausschließlich private Finanzierung aufzutreiben.
Selbst das erste Haus im Lande, die New Yorker Met, muss kämpfen. Generalmanager Peter Gelb setzt auf mediale Verbreitung, recht erfolgreich: Die weltweiten Live-Übertragungen in Kinos und im Netz rechnen sich. Doch was nützt es, wenn das Riesenhaus unter der Woche oft nur zur Hälfte oder zwei Dritteln besetzt ist? Fehlen heute die Sängerstars, die jenseits des Atlantiks traditionell das Publikum locken? Liest man einen Beitrag, erschienen am 22. September 1985 in der «New York Times», glaubte sich Will Crutchfield schon damals mit allen Parteien einig, dass der ...
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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Götz Thieme
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