Bla, bla, bla

Nicolai: Die lustigen Weiber von Windsor am Gärtnerplatztheater München

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Ein paar Zitate des Meisters aus Stratford kurven zu Beginn durchs Video. Wenn die Ouvertüre dann heißläuft, ist dort nur noch groß zu lesen: «Bla, bla, bla.» Keine an Shakespeare adressierte Blasphemie ist das, gemeint sind mutmaßlich Librettist Salomon Hermann Mosenthal und, als Mitschuldiger, der Komponist des Werks. «Die lustigen Weiber von Windsor», so sehr sie einst zum Spielopern-Repertoire gehörten, haben ja gleich mehrere Probleme; den übermächtigen «Falstaff», die stark startende, danach stark schwächelnde Dramaturgie, vor allem aber den überlangen Text.

Entstauben hilft nicht mehr, wie Brigitte Fassbaender vorführt, sondern nur noch eines: das Skalpell.

Ganze Seiten wurden für diese Premiere am Münchner Gärtnerplatztheater geopfert, auch einige Musikstrecken zerschnibbelt. Und was übrig blieb, wurde zusammen mit dem Dramaturgen Christoph Wagner-Trenkwitz sanft verheutigt. Nicht als aktualisierende Anbiederung, sondern mit kleinen, behutsamen Operationen, die auch schlimmste Machismen tilgten. Wer das Stück in dieser Version erstmals hört, glaubt glatt, es sei das Original.

Dass Nicolai und sein Textdichter aus Shakespeares Vorlage fast nur Karikaturen gewinnen konnten, ...

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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Markus Thiel

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