Bildnis des Künstlers als jünger werdender Mann

Hans Neuenfels und sein «Bastardbuch»

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Unsere Erinnerungen, die am tiefsten uns eingeprägten nicht ausgenommen, sind an sich unbewusst…Was wir unseren Charakter nennen, beruht ja auf den Erinnerungsspuren unserer Eindrücke, und zwar sind gerade die Eindrücke, die am stärksten auf uns gewirkt haben, die unserer ersten Jugend, solche, die fast nie bewusst werden.

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Dieses Sigmund-Freud-Zitat, Michael Gielens Erinnerungen «Unbedingt Musik» vorangestellt, könnte auch als Motto für Hans Neuenfels’ «Bastardbuch» gelten – und dies gerade, weil beide alles andere als Gründler im Seelentümpel sind, vielmehr kritisch-rational, aufklärerisch eben, über sich und die Welt nachdenken. Doch nicht nur die Bezugsfigur Freud vereint den Musiker mit dem Regisseur, für den zusätzlich noch der unorthodoxe Psychoanalytiker Georg Groddeck bedeutsam wurde, sondern eine weitere Parallele: Gielens Vater war mit dem Surrealisten Max Ernst befreundet, der ihm 1929 das Bild «Mondlandschaft» schenkte, das ihn auch in die Emigration nach Buenos Aires begleitete; der junge Neuenfels war von Ernsts «2 enfants sont menacés par un rossignol» (1924) fasziniert, wurde schließlich sogar Ernsts Sekretär in Paris. Die verlockend-verwirrenden ...

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Opernwelt Jahrbuch 2012
Rubrik: Bilanz, Seite 118
von Gerhard R. Koch

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