Aurorens Schimmer
Libertinage erlaubt: Selbst nach den strengen moralischen Grundsätzen des 18. Jahrhunderts dürfen sich der Diener Falkenstein und Caroline im Haus ihres Vaters, des reichen Kaufmanns Gerbrand, halbnackt zwischen den Teppichen vergnügen, sind sie doch bereits verheiratet. Das Problem ist nur: Außer ihnen weiß das (noch) niemand. Weil die Ehe nicht standesgemäß ist, sprich: weil der Bräutigam nicht genügend Geld hat, verheimlichen die beiden ihren Familienstand.
Das führt zu aparten Missverständnissen, komödienüblichen Kommunikationsproblemen, vor allem zur Offenlegung bürgerlichen Besitzstrebens. Der Vater will seine ältere Tochter mit einem aufgeblasenen Baron verheiraten. Dieser aber hätte gerne die jüngere, heimlich verheiratete Tochter, derweil die altjüngferliche Tante ein Auge auf den vermeintlich noch freien Diener wirft. Kurzum: Die zarte Liebe von Corinna und Falkenstein wird durch den zynischen Egoismus aller anderen auf eine harte Probe gestellt ...
Man schrieb den Juli 1798, da setzte im Goethe-Theater Bad Lauchstädt der namensgebende Geheimrat das damals sechs Jahre alte Werk auf die Bühne des Vorgängerbaus, in einer deutschen Übersetzung seines späteren Schwagers ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Uwe Friedrich
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Als gewichtige dramaturgische Instanz steht der himmlische Wetterbeauftragte Petrus an den Seebühnen-Spieltagen immer im Zentrum des Bregenzer Interesses. Ein künstlerisch und administrativ allerdings leider nicht befriedigend kontrollierbarer Faktor. So kursierte in den Stunden vor der «Carmen»-Premiere, als sich von Südwesten her drohend Wolkenberge türmten,...
Auch im Bereich des Musiktheaters haben die Feiern zu 100 Jahren Unabhängigkeit in Finnland ihren Niederschlag gefunden. Thematisch passend, gab es beim Opernsommer in Kokkola die finnische Erstaufführung von Giacomo Meyerbeers «L’étoile du nord» (Der Nordstern). Die Sopranistin Anu Komsi, Leiterin der Kompanie, war durch Veijo Murtomäki, Professor für...
