Christoph Marthaler und Barbara Hannigan auf der Probe; Foto: Bo Lahola

An den Rändern des Sprachlichen

Mit Bergs «Lulu» hat Christoph Marthaler in Hamburg erneut einen besonderen Musiktheaterabend geschaffen. Wie arbeitet der Mann? Ein Gespräch mit dem Dramaturgen Malte Ubenauf

Seinen Stil erkennt man auf den ersten Blick. Und das liegt nicht nur an den kargen Räumen, die Anna Viebrock für Christoph Marthaler entwirft. Man erkennt ihn an der Art, wie sich Körper und Stimmen durch diese scheinbar hermetischen Landschaften bewegen. Unfertig, verloren, mitunter zum Heulen komisch wirken die Gestalten in Marthalers Theater. Und zum Verzweifeln wahr. Das ist auch in der Version von Alban Bergs «Lulu» zu erleben, die er mit seinem festen Team, zu dem seit Jahren der Dramaturg Malte Ubenauf gehört, für die Hamburgische Staatsoper entwickelt hat.

Einblicke in die Genese der «Aufführung des Jahres»

Das Schweigen ist das Element, in dem sich die großen Dinge bilden, um zuletzt vollkommen und majestätisch emporzutauchen an das Licht des Lebens, das sie beherrschen sollen
Maurice Maeterlinck

Charmante Vorstellung: Am Anfang das Ende. Das Ende am Anfang. Die Frage, wie dieses Ende sein könnte, vor der Stille, als Stille, wie stilbildend, raumgreifend, sinngebend. Und warum es so sein kann, wenn es so ist, wie es ist. Anders, das jedenfalls sollte es sein. Auf den ersten Blick gewagt. Aber nicht so, dass es gegen das Stück gerichtet wäre, gar nicht. Nur anders eben. ...

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Opernwelt Jahrbuch 2017
Rubrik: Aufführung des Jahres, Seite 30
von Jürgen Otten