Auf den Spuren der Callas
Sie ist die amtierende Carmen in Herbert Fritschs knallbunter Inszenierung an der Hamburger Staatsoper: Die russische Mezzosopranistin Maria Kataeva absolviert Fritschs gnadenlose Überzeichnungen und ironische Klischeespielereien ebenso souverän wie das unvermeidliche Kastagnettengeklapper zu kreisenden Hüften. Kataeva gastiert auch an der Münchener Staatsoper und in Pesaro – natürlich mit Rossini. Aber nach wie vor ist sie fest engagiert an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg.
Dort fing sie vor mehr als zehn Jahren – noch während ihres Studiums – im Opernstudio an und wurde rasch ins Ensemble übernommen. Auch an der Rheinoper interpretierte sie bereits die Carmen, Offenbachs Muse in «Les Contes d’Hoffmann», war ein flammender Komponist in Strauss’ «Ariadne», imponierte als pfeilschnelle Rossini-Cenerentola in der legendären Ponnelle-Inszenierung, war Ruggiero in Händels «Alcina» und Elisabetta in Donizettis «Maria Stuarda».
Zum echten Star des Hauses wurde die vielfach bei bedeutenden Wettbewerben ausgezeichnete Sängerin aber erst jetzt mit der Titelrolle in Tschaikowskys «Jungfrau von Orléans», die dem Düsseldorfer Opernhaus Anfang des Jahres endlich wieder ...
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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Regine Müller
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Von allen angestarrten Frauen ist Lulu vermutlich die (um einen in dieser Art modisch geläufigen, wenngleich sprachlich unkorrekten Superlativ zu verwenden) «angestarrteste». Man starrt ja selbsthin. Die Schauspielerin Kathleen Morgeneyer war in einer Wedekind-Sprechtheater-Aufführung in Frankfurt am Main vor 13 Jahren über eine nicht unbeträchtliche Strecke des...
Ob man 70 Jahre alt werden müsse, um zu erkennen, dass man eigentlich für den Kitsch die größte Begabung habe, fragte Richard Strauss, als er die «Arabella» komponierte. Eine rhetorische Frage, natürlich. Auch in der «Frau ohne Schatten», die als Hauptwerk konzipiert war, darf Kitsch sein. Etwa wenn der fesche Menschenkaiser – nicht zufällig ein Tenor – seine...
