Auf Abstand

Purcell: King Arthur
München | Gärtnerplatztheater

Opernwelt - Logo

Der Winter zieht hier nicht als Bedrohung ein. Groß sind die «Flocken», die aus schwarzen, aufgerissenen Säcken quellen, rund, weiß und leicht. Ein Bällebad, in dem man untergehen, wieder auftauchen und sich treiben lassen kann. Es ist ein poetisches Spiel mit Chiffren und Symbolen, das Regisseur Torsten Fischer da treibt, mehr Shakespeare als Schenkelklopfer. Für Letztere musste Henry Purcell, vor allem sein «King Arthur», allzu oft herhalten, man nehme nur die große Sause, die Herbert Fritsch in Zürich veranstaltet hat.

Die offene Form des Werks mit dem Zusammenspiel der Genres lädt wohl zu solch Überreizungen ein. Anders die «Arthur»-Version, die Fischer mit dem Choreografen Karl Alfred Schreiner und Dirigent Marco Comin fürs Gärtnerplatztheater eingerichtet hat. Gespielt wird in einem der Ausweichquartiere, in der Reithalle mit ihrer extremen Bühnentiefe. Nur eine riesige gekippte Spielfläche sehen wir in der schönen, minimalistischen Ausstattung von Herbert Schäfer und Vasilis Triantafillopoulos, hinten leuchtet der fahle Mond. Fischer und Schreiner treten vom Stück zurück, es gibt kaum ein Nachzeichnen der Handlung, dafür Schlaglichter, Befindlichkeiten,  ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Markus Thiel

Vergriffen
Weitere Beiträge
Unmögliche Geschichte

Neuland betreten mit einer tour d’horizon zur Geschichte der Oper? Klingt aussichtslos, geht aber. Der Grazer Musikwissenschaftler Michael Walter demonstriert das eindrucksvoll mit einer knapp 500 Seiten starken Studie, die den institutionellen Aspekten der Oper gewidmet ist. Behandelt wird (fast) alles, was hinter den Kulissen spielt. Walter untersucht...

Im Häusermeer

Wenn das so weitergeht, ist irgendwann keine Kuhweide mehr da. Erl expandiert munter: Im fünften Jahr schon lockt der futuristische Flunder-Musentempel neben dem Passionsspielhaus zum Winterfestival. In unmittelbarer Nähe steht das Parkhaus, aus dem es nachts so schön orange leuchtet und auf das sich Mäzen Hans Peter Haselsteiner Wohnungen setzen ließ. Und...

TV-Klassiktipps

alpha

05.02. – 20.15 Uhr
Semyon Bychkov dirigiert

Dmitri Schostakowitsch, Symphonie Nr. 5, d-moll opus 47

05.02. – 21.00 Uhr
Valerie Gergiev dirigiert

Dmitri Schostakowitsch, Symphonie Nr. 12, d-moll opus 112 «Das Jahr 1917»

12.02. – 11.00 Uhr
Annette Dasch – Die Gretchenfrage

Porträt mit Ausschnitten aus dem Konzert im Münchner Herkulessaal (2011). Münchner...