Apropos... Öffentlichkeit

Am 17. Februar gehen die Händel-Festspiele am Badischen Staatstheater Karlsruhe in die 40. Saison. Floris Visser inszeniert das dramatische Oratorium «Semele».

Herr Visser, gab es ein Erlebnis, das Sie für die Oper entflammen ließ?
Ich stand zwar früh während der Schulzeit in Theaterstücken auf der Bühne, aber ich erinnere mich, wie ich zufällig im Fernsehen eine Übertragung von Wagners «Ring» sah, die Amsterdamer Produktion von Pierre Audi. Während mein Vater Fußball guckte, sah ich fasziniert die «Walküre», eine Woche später «Siegfried», dann die «Götterdämmerung». Das hat mich völlig umgehauen, obwohl ich als Zwölf-, Dreizehnjähriger natürlich nichts verstanden habe.

Sie haben in Italien, Moskau und den Niederlanden inszeniert, nun zum vierten Mal in Deutschland. Gibt es Unterschiede in den Produktions­weisen?
Nein. Ich bereite mich immer sehr gründlich vor, lese und höre alles, was sich finden lässt. Allerdings schaue ich mir keine anderen Aufführungen von dem Werk an, das ich inszeniere. Das überlasse ich dem Dramaturgen, mit dem ich regelmäßig zusammenarbeite, Klaus Bertisch. Wir tauschen uns aus: was funktioniert, was nicht.

War «Semele» Ihr Wunsch? Ein dramatisches Oratorium, keine genuine Oper, Händel hat es zu Lebzeiten nur konzertant aufgeführt…
Nein, das war der Wunsch des Theaters. Ehrlich gesagt, war ich 2014 ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Götz Thieme

Vergriffen
Weitere Beiträge
Aus dem Leben eines Taugenichts

Normalerweise schreibe ich diese Kolumne erst, wenn ich mich beruhigt habe. Und weil ich, wenn auch kein sonniges, so doch ein recht ausgeglichenes Gemüt habe, fällt mir das meist nicht weiter schwer. Aber diesmal bin ich stinksauer. Auf Englisch geht das so: Man legt die Stirn in schwache Falten, wiegt den Kopf und gibt alle paar Stunden ein leises Zisch-...

Emotionskino

Die Zauberin ist sauer. Sieht sich verhöhnt. Von der Welt, von den Menschen. Zutiefst gekränkt sind Herz und Verstand, ach was, das ganze Ich. Und exakt so klingt Alcina, wenn sie anhebt zu ihrer Arie «Ah, mio cor, schernito sei!» – von Qualen durchglüht. Sonya Yoncheva nutzt die sich bietende Gelegenheit von Beginn an: Inbrünstig seufzend, mäandert sie,...

Schirmherr Monteverdi

Lugo di Romagna – 32 000 Einwohner, zwischen Bologna und Ravenna gelegen – besitzt seit 1761 ein Juwel der italienischen Opernkultur: das kleine Teatro Rossini (450 Plätze). Eine gefühlte Ewigkeit lang ruhte der Betrieb, erst vor drei Jahrzehnten wurde es nach einer denkmalgerechten Sanierung wiedereröffnet: als Sitz des Lugo Opera Festivals. Gezeigt wurden...