Apropos... Herausforderungen

Seit seinem Debüt als Titurel in Wagners «Parsifal» an der Berliner Staatsoper hat sich Andreas Bauer Kanabas auch an anderen großen Häusern etabliert – als Sarastro an Covent Garden, Escamillo am Moskauer Bolschoi Theater, als Filippo II. an der Opera Vlaanderen sowie in München und an seinem Stammhaus, der Oper Frankfurt. Nun wendet sich der Basso cantante Schubert-Liedern zu.

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Herr Bauer Kanabas, Sie scheinen auf Könige abonniert zu sein: Sie sind Marke im «Tristan», Philipp II. in «Don Carlo», Heinrich im «Lohengrin», auch René in «Iolanta» oder Herzog Blaubart. Liegen Ihnen die Herrscher stimmlich besonders gut, oder ist das eher eine emotionale Sache?
Das trifft beides zu! Ich sehe mich als Basso cantante: Die Königsrollen brauchen Eleganz und Noblesse in der Stimme und, nicht nur bei Verdi, auch eine gewisse Italianità: einen dunklen, vollen Klang als Basis für den reichen Oberklang – chiaroscuro.

Emotional leiden diese Figuren oft an einer inneren Zerrissenheit und an Melancholie; das kommt meinem Naturell schon entgegen. Was nicht heißt, dass ich es, als Mephisto etwa, nicht auch gerne mal krachen lasse …

Haben Sie das Gefühl, jetzt stimmlich «angekommen» zu sein?
Ja, endlich! Ich habe meine Mitte gefunden. Auf dem Weg dorthin habe ich zahlreiche Einflüsse und teilweise sich widersprechende Lehrmeinungen kennengelernt. In den letzten Jahren hat sich das zu einem guten Ganzen gefügt: der deutsche Ansatz aus dem Studium; später die amerikanische Schule unangestrengten Singens, mit Offenheit und Fülle; und darauf aufbauend die Italianità meines ...

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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Stephan Knies

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