Apropos... Dramaturgie
Herr Paede, Sie sind auf Umwegen zur Dramaturgie gekommen.
Ich wollte erst Musikwissenschaftler werden, fand aber manches zu museal. In Würzburg, wo ich studierte, konzentrierte ich mich auf die zeitgenössische Musik. Dabei bin ich in die performative Richtung gerutscht, Dramaturgie war der nächste logische Schritt. Mich reizt weniger der trockene analytische Zugriff, mich interessiert das Lebendige von Kunst.
Das Dramaturgenleben zwischen Thesen und Theorien – ein Klischee?
Ich glaube schon.
Die meisten Dramaturgen heute haben Sinn für Praxisorientiertes und fragen nach der Funktionalität eines Stücks: Wie erzählt sich was? Passt es in den Spielplan? Der Dramaturg, der wild mit Adorno-Zitaten um sich schmeißt, ist ein Mythos. Womöglich entstanden in einer Zeit, als es solche Studiengänge wie in München gar nicht gab. Wir haben schon auch unsere Theaterwissenschaftskurse, lernen aber am lebenden Objekt einer entstehenden Produktion.
Warum wird man Dramaturg und nicht Regisseur?
Das ist auch so ein Klischee: Dramaturgen seien verhinderte Regisseure – genauso wie Journalisten angeblich verhinderte Autoren seien. Der starke Reflexionscharakter liegt mir mehr als eine Künstlerexistenz, ...
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Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Markus Thiel
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Lange haben wir auf diese Einspielung gewartet. Erscheinen sollte sie schon vor einem Jahr. Doch bei Teodor Currentzis läuft es oft anders als geplant. Unmittelbar nach der szenischen Produktion des «Don Giovanni» in Perm (siehe OW 1/2015) wollte er Mozarts Oper aufnehmen, freilich in anderer Besetzung. Diese Aufnahme war Ende 2014 fast fertig – und wurde...
An die 90 Jahre Operngeschichte konnte Hans Pischner überblicken: von Glucks «Orpheus und Eurydike», die er als Kind in Breslau gesehen hatte, bis zu Beethovens «Fidelio», den er – als Neuinszenierung von Harry Kupfer – am 3. Oktober dieses Jahres in der Berliner Staatsoper im Schiller Theater aufmerksam mitverfolgte. Noch als Hundertjähriger erinnerte er sich...
