Ansichtssache
Man kann sie kaum noch zählen, die kompletten Aufführungen von Wagners «Ring des Nibelungen», die in den letzten Jahren als Mitschnitte auf CD oder DVD erschienen sind. Wien, Hamburg, Frankfurt, Weimar, Lübeck, Kopenhagen, Amsterdam, Seattle usw. Und jetzt also auch noch Hongkong. Dort hat man vor zwei Jahren einen konzertanten Zyklus gestartet, der nun bis zur «Walküre» gediehen ist und in fortgeschrittenster Aufnahmetechnik bei Naxos publiziert wird. In diesem Jahr kommt «Siegfried» heraus, Ende Dezember 2018 soll das Projekt abgeschlossen sein.
Wer braucht das?, möchte man angesichts des Überangebots fragen. Denn sieht man einmal vom Reiz des exotischen Orchesters ab, findet man auf dem Besetzungszettel durchweg Namen von Künstlern, die schon in früheren Live-Aufnahmen zu erleben sind. Einzige Ausnahme: Matthias Goerne, der bei dieser Gelegenheit sein Wotan-Debüt gibt.
Seine Leistung ist in vokaler wie gestalterischer Hinsicht beachtlich und macht neugierig auf die weitere Entwicklung des Sängers in diesem Fach, auch wenn er kein echter Heldenbariton ist (und wahrscheinlich auch nicht werden wird). Doch die deklamatorische Prägnanz in den Dialogen mit Fricka und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Er war gerade 28 Jahre jung, als er mit New Yorks Philharmonikern einen echten Coup landete: Bei einer Aufführung von György Ligetis «Le Grand Macabre» stand er als Fürst Go-Go auf der Bühne, neben Stars wie Barbara Hannigan (Gepopo) und Eric Owens (Nekrotzar), und machte mächtig Eindruck. 2010 war das. «Selten hatte ich so viel Spaß wie mit der brillanten...
In einem Interview mit dem Berliner «Tagesspiegel» hat Barrie Kosky bereits 2013, kurz nach seinem Amtsantritt als Intendant der Komischen Oper, den Dreisatz verraten, mit dem er die in Deutschland so schlecht beleumundete Operette zu neuem Leben erwecken will: «Du musst den Stil lieben, du musst die Stücke mit Stars besetzen, und du musst dich darauf ...
Hollywood. Irgendwann in den 1920ern. Ein Probedreh im Studio. «Sunset Motion Pictures» heißt die Traumfabrik, die Jürgen Flimm sich von George Tsypin hat ins Schiller Theater bauen lassen. Scheinwerfer, Schminktische, Kameras, Mikros, Best Boys, Glitzergirls – alles stilecht. Auf einer Leinwand Ozeandampfer, Straßenszenen, eine Fahrt im Cabrio, Gesichter in...
