An der Klippe

Die Einnahmeverluste der Pariser Oper durch Streiks gegen die geplante Rentenreform in Frankreich beziffern sich auf zig Millionen Euro. Doch Musiker, Tänzer und Choristen haben gute Gründe, für das bisherige System zu kämpfen

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Was, wenn die Pariser Nationaloper zahlungsunfähig wird? Seit Ende letzten Jahres steuert der Riesentanker geradlinig auf diese Klippe zu. Zwischen dem Beginn des landesweiten Streiks gegen Frankreichs Rentenreform am 5. Dezember 2019 und Ende Januar wurden 76 Vorstellungen abgesagt. Allein im Dezember bezifferten sich die Verluste auf 14 Millionen Euro. Ob – und falls ja, in welcher Form – der Streik weitergeht, stand bei Redaktionsschluss noch in den Sternen.

Spielen da wieder einmal unverantwortliche Gewerkschafter im Kampf um ihre Privilegien mit dem Feuer? Im Gespräch mit fünf als Arbeitnehmervertreter engagierten Mitarbeitern des größten Opernhauses der Welt zeichnet sich ein anderes Bild. Die künstlerischen Kräfte des Hauses scheuen international keinen Vergleich; namentlich das Orchester hat sich dank seines Musikdirektors Philippe Jordan auf – für ein (fast) reines Grabenorchester – einsame Höhen aufgeschwungen. Und die Instrumentalisten sind hochmotiviert: «Nach jeder Probe gehen 30 oder 40 von uns ins Café gegenüber der Bastille-Oper und sprechen durch, was wir besser machen könnten», erzählt Solobratscher Jean-Charles Monciero. Die Arbeitslast indes ist enorm, ...

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Opernwelt März 2020
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Marc Zitzmann

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