Affentheater
Ein hochmodernes Forschungslabor hat sich der Oberaffe Mustafà bauen lassen, um das Gefühlsleben der Menschen zu erforschen. Seine Horde konnte ihm ein Prachtexemplar einfangen, das nun in einem Glaskäfig gehalten und akribisch untersucht wird. Da sein Interesse längst nicht mehr dem Affenweibchen Elvira gilt, soll ihm sein Laborleiter Haly nun eine menschliche Variante besorgen, damit er die Forschungsergebnisse lustvoll in die Tat umsetzen kann.
Regisseur Tobias Kratzer lässt Gioachino Rossinis Befreiungskomödie «L’italiana in Algeri» auf einem von Bühnenbildner Rainer Sellmaier entworfenen Planeten der Affen spielen – mit deutlich mehr Erfolg als Doris Dörrie einst in München Verdis «Rigoletto». Kratzer, der in Weimar schon einen bemerkenswerten «Lohengrin» inszenierte und 2019 den nächsten «Tannhäuser» in Bayreuth übernehmen soll, kann auch Komödie: Er beherrscht die Feinmechanik der überraschenden Begegnungen und verblüffenden Momente.
Wenn Isabella sich durch den Laborkeller einschleicht, um Lindoro mit Hilfe ihres Zweitgeliebten Taddeo zu befreien, wird sie von den Laboraffen geschnappt, entkleidet und, um sie für den Chef noch attraktiver zu machen, mit Bananen verziert. ...
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Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Uwe Friedrich
Mit «American Gothic» hat Grant Wood 1930 eine Ikone der amerikanischen Malerei geschaffen. Das Bild ist wie ein Porträtfoto aufgebaut: Ein Farmerpaar posiert vor Haus und Scheune. Der Mann: Sonntagsjackett über der Arbeitskluft, eine Heugabel als Stecken; die Frau: geplätteter Kittel über dem schwarzen Kirchkleid, das blonde Haar streng nach hinten gescheitelt....
Den Goethe-Liedern von Schubert (August 2015) lässt der Tenor Mauro Peter knapp ein Jahr später ein veritables Schumann-Album folgen. Zwar gibt auf dem Cover der bedeutende Heine-Zyklus «Dichterliebe» op. 48 den Ton an, doch bilden die folgenden ausgewählten Gesänge (neben den Fünf Liedern op. 40 weitere zehn Heine-Vertonungen) mehr als bloß Beiwerk. Und dies nicht...
Im Anfang ein Bild, erschütternd und versöhnlich zugleich. Zwei Schlafende, womöglich Tote, Manon Lescaut und der Cavaliere Des Grieux. Reglos liegen sie im Bühnensand. Ein Spiegel trennt das verunglückte Paar, doch über dem Glas haben sich ihre Hände in einer letzten, zarten Berührung gefunden. Andrea Breth inszeniert erstmals Puccinis (lange nicht sonderlich...
