Bhagwans Arkadien
Haydn auf der Opernbühne – auch im Jubiläumsjahr ist das die Ausnahme. Die Zürcher Oper kann sich rühmen, sein heiteres Pastoraldrama «La fedeltà premiata» aus der Eszterházy-Zeit immerhin schon einmal, 1975, zehn Jahre nach der ersten Edition, auf die Bretter gebracht zu haben: damals in Szene gesetzt vom großen Jean-Pierre Ponnelle, als Schäferspiel im Ambiente des 18. Jahrhunderts. Bald 35 Jahre später ist der Zugriff auf die Handlung nicht leichter geworden, das arkadische Musiktheater nach Giovanni Battista Lorenzi lässt sich im Grunde gar nicht richtig erzählen.
Ein Priester der Göttin Diana, um ihn herum viele amouröse Verwicklungen und ein merkwürdiges Verdikt: Einander treu Liebende müssen einem Ungeheuer geopfert werden, bis, ja bis ein Wunder dem Ganzen ein Ende bereitet. Hmm... Nur zum Vergleich: Mozart schrieb zur gleichen Zeit an seinem «Idomeneo» und wenig später die «Entführung aus dem Serail».
Und doch ist es wie so oft bei Haydn: Das Geniale springt einen nicht gleich an, man muss ihm schon nachspüren. Jens-Daniel Herzog hat eine geradezu verblüffend logische Übersetzung gefunden. Die bukolische Scheinidylle entspricht einer Sektenwelt der 1970er Jahre, der ...
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Noch ehe die Kontrabässe zum tiefen Es des «Rheingold»-Vorspiels ansetzten, konnten Wagner-Fans sich über den just gestarteten neuen «Ring»-Zyk-lus an Plácido Domingos Los Angeles Opera orientieren: Fotos zeigten vorab die in kräftigen Farben leuchtenden, wilden Fantasieräume, die der Bühnenbildner und Regisseur Achim Freyer für das Projekt entworfen hat. Eine...
Amadeus, der grelle Faun, beim Billardspielen komponierend, den Damen keck unter die Röcke greifend: Tom Hulce hat ihn bei Milos Forman so dargestellt. Solch triviale Popularität, die Mozart sich vermutlich nicht gewünscht hätte, hat Joseph Haydn nie erreicht, und so ist das diesjährige Jubiläum des Komponisten (zur 200. Wiederkehr seines Todestages) auch weit...
Um Hermann Becht war Freundlichkeit, Fairness und ein untrüglicher Sinn für Gerechtigkeit. Auf langen, entnervenden Proben konnte er, ohne ein Wort, seine Kolleginnen und Kollegen zum Durchhalten ermuntern. Aber wenn eine Probe sinnlos war, eine Disposition unprofessionell, ein Regisseur auf unangenehme Weise egoman, dann machte er den Mund auf und sagte, was Sache...
