Diva im (Un)Ruhezustand
Verblüffend ist es schon, dass in Deutschland, wo die Musiktheater an Stars vergleichsweise wenig Interesse zeigen, ein altersloses Sängerinnenwunder wie Edita Gruberova eine künstlerische Heimat gefunden hat: Das Nationaltheater München zählt zweifellos zu ihren Stammhäusern – neben Wien und dem Teatre del Liceu in Barcelona. Ihr vierzigjähriges Bühnenjubiläum wollte man aber an der Isar nicht sonderlich feiern, da würde man Präzedenzfälle schaffen, lautete die muffelige Erklärung. So feierte die Gruberova halt in Barcelona. Eine Party für zweihundert Gäste, selbstbezahlt.
Nachdem sie vorher sich und das Publikum – schließlich stand hier auch ein dreißigjähriges Auftrittsjubiläum in Katalonien an – mit einer neuen, wohl letzten Rolle beschenkt hatte: mit Gaetano Donizettis Giftmischerin Lucrezia Borgia. Zuerst konzertant, wie sie es als vorsichtig ihre Grenzen absteckende und ihr Repertoire vorbildlich erweiternde Sängerin gewohnt ist. Nächstes Jahr wird es freilich auch eine szenische Variante geben, in München immerhin, wieder in der Regie von Christof Loy, der dort ihre alternde Elisabeth I. in «Roberto Devereux» nicht nur zu einem Triumph der Koloraturvirtuosin, sondern ...
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Drei verschiedene Höllen hat Puccini in seinem «Trittico» zu einem Inferno der Leidenschaften zusammengestellt, und alle sind sie tödlich: die Eifersuchtstragödie des «Mantels», das verpfuschte Leben der Nonne Angelica und die aus Dantes «Göttlicher Komödie» entlehnte Komödie um den raffgierigen Erbschleicher Gianni Schicchi, die als Auslöser des Tods des alten...
Auf der Riesenbühne des Nationaltheaters ein kleines Barocktheater nachbauen zu wollen, ist schlicht absurd. Aber da Münchens neuer «Tamerlano» mit Drottningholm koproduziert wurde, verfielen Regisseur Pierre Audi und Bühnen- und Kostümbildner Patrick Kinmonth auf die Idee, einfach ein paar grüne, goldverzierte Portalhänger in den Bühnenraum einzupassen. Dazu...
Alceste, mon amour. Alceste, mio amore. Alkeste, meine Liebe. In welcher Sprache sie auch besungen wird: Wer an diese Frau denkt, muss unweigerlich ans «Fidelio»-Ende denken. Wer ein holdes Weib errungen, stimme in den Jubel ein. Bei Alkestis, der Königin, wie sie bei Euripides erscheint, ist es allerdings eher eine nach innen gewendete Freude, ein Sich-Verneigen...
