Wiederentdeckung des Jahres
Mieczyslaw Weinberg war einer der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit. Dennoch blieb er überall heimatlos. Durch seine Musik dokumentierte er den Genozid der europäischen Juden. Aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg hatte seine Musik keine Chance. Bis sie jetzt von den Bregenzer Festspielen wiederentdeckt wurde.
Im Zentrum des Weinberg-Programms stand die szenische Erstaufführung der Auschwitz-Oper «Die Passagierin». Ein Stück, das ins Mark trifft. Ergreifendes, großartiges, überwältigendes Musiktheater. Trauerarbeit eines Verkannten, der seine Familie im Holocaust verlor.
In dieser Oper «gibt es keine einzige ‹leere›, gleichgültige Note», schrieb Schostakowitsch in einem Vorwort zum Klavierauszug. Erst fünfundzwanzig Jahre nach ihrer Vollendung und fünfzehn Jahre nach Weinbergs Tod beginnen wir die Schönheit und Größe dieser Musik zu begreifen: die «Wiederentdeckung des Jahres».
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: , Seite 32
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Herr von der Thannen, wie erklären Sie es sich, dass Sie schon mehrfach zum «Kostümbildner des Jahres» gewählt wurden – aber noch nie als Bühnenbildner?
Ich muss sagen: Ein wunder Punkt! Seit knapp 30 Jahren mache ich immer beides. Für mich sind Kostüme und Bühnenbild untrennbar. Mehr noch: Meine Kostüme könnten überhaupt nicht wirken, hätten sie nicht den Raum, den...
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