Utopieraum Theater

Der Film «Das Haus der guten Geister» ist eine Hommage an den Intendanten und Regisseur Jossi Wieler

Der Titel ruft lässt unvermittelt die Erinnerung an einen der schönsten Romane aus der sprudelnden Feder Isabel Allendes hervor: «Das Geisterhaus». Und ebenso an die Stückadaption des Stoffes, «The House of the Spirits» von Cavidad Svich. Doch keine Sorge, durch diese heiligen Hallen geistern keine Gespenster, sondern lauter inspirierte Menschenkinder. So zumindest muss man es annehmen, hat man den Dokumentarfilm von Marcus Richardt und Lillian Rosa angeschaut und auf sich wirken lassen.

«Das Haus der guten Geister» ist nicht weniger als eine Hommage an Jossi Wieler, der von 2011 bis 2018 die Geschicke der Staatsoper Stuttgart leitete. Und das meist mit Fortune und künstlerischem Erfolg.

Der Blick der Regisseure auf ihn, auf seine Arbeit, ist, mit einem Wort: hingebungsvoll. Kindlich staunend fährt die Kamera durch das Opernhaus, über Seenlandschaften und andere Sehnsuchts-, Erinnerungs- und Herkunftsorte. Und ebenso ist sie auch auf den Intendanten und Regisseur Wieler gerichtet, wenn er die Ideale seiner Arbeit formuliert – das übrigens in der für ihn gewohnten Art überaus selbstkritisch. Nicht weniger als eine «Utopie für die Gesellschaft» strebt Wieler mit seinen Arbeiten (und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Jürgen Otten

Weitere Beiträge
Apropos... Selbstvertrauen

Zunächst ein Tiefschlag in Berlin, dann dieser unglaubliche Höhenflug in Barcelona! Wie haben Sie diese emotionale Achterbahnfahrt weggesteckt?
Ich glaube, als Sängerin muss man lernen, Erfolge, aber auch Niederlagen richtig einzuordnen. Wenn ich bei Wettbewerben keinen Preis gewinne, wie vor Kurzem in Berlin, versuche ich immer, es nicht allzu wichtig zu nehmen,...

Editorial Mai 2021

Kein Wort über Corona. Kein Wort über Corona? Geht nicht. Zu viele Hoffnungen, es könnte besser werden, sind durch das widerborstige Virus respektive seine Mutanten zerstört worden. Wieder einmal. Hier und da schimmerte Hoffnung hindurch, und man war schon fast versucht, die zeitlos-schwärmerischen Worte des Dichters in die Welt hineinzurufen: «Im wunderschönen...

Drei Schwestern

Ein bisschen duftete es nach Frühlingsanfang. Gleich mehrere Moskauer Opernhäuser präsentierten nach dem Ende des Lockdowns neue Inszenierungen. Drei der fünf großen, aufgrund geltender Hygieneregeln zur Hälfte gefüllten Musentempel griffen dabei auf bewährte Klassiker zurück. Den wohl größten Einschnitt markierte die Premiere in der Neuen Oper: Sechs Jahre lang...