Zeitgemäß

Das Opera Forward Festival in Amsterdam und die Berliner MaerzMusik jonglieren relativ gekonnt mit digitalen Formaten

Kann man den Besuch einer Webseite wirklich mit einem realen Theater- oder Konzertbesuch aufrechnen? Was passiert eigentlich nach dem berühmten Klick so alles nebenher im Homeoffice? Und wie oft läuft eine virtuelle Vorstellung tatsächlich nur als mediales Hintergrundrauschen oder wird nach wenigen Minuten wieder abgebrochen? Eigentlich höchste Zeit, diesen Fragen systematisch nachzugehen, auch und gerade, weil sich nun Anbieter von ins Digitale verlegten Ereignissen auf märchenhafte Klickzahlen berufen, an die reale Besucherzahlen bei analogen Konzerten oder Theatervorstellungen niemal

s herankommen. Wie etwa jüngst das Opera Forward Festival in Amsterdam und die Berliner MaerzMusik, die 30.000 respektive 29.000 virtuelle Besucher zählten.

Gerade für die Neue Musik und das zeitgenössische Musiktheater scheint das Experimentieren mit digitalen Formaten, mit Virtual Reality und elektronisch erzeugten Klängen mehr als naheliegend; diese Techniken waren schon vor der Corona-Krise wichtige Werkzeuge. Auch in Fragen der Besetzung, die in der Neuen Musik kaum je auf Symphonieorchester-Stärke oder Opernchor-Größe anschwillt, sieht sich die zeitgenössische Musik vor ungleich geringere ...

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Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Magazin, Seite 58
von Regine Müller

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