Bildung ist es!

«Räuber» mit Berufsschülern, «Homestories» aus Essen-Katernberg, «Umdeutung» der Münchner City: Während das soziale Klima in Deutschland abkühlt, wärmt das Stadttheater mit Partizipation und Edukation

Das Theater hat mich besser in allem gemacht», findet Abdul. «Das Gute ist, dass alle zusammenhalten, dass alle mitarbeiten», lobt Christin. «Man nimmt andere Rollen an, versetzt sich in die Lage anderer Menschen, das gefällt mir – sich selbst loslassen, jemand anderes werden», sagt Marina. Abdul, Christin und Marina, alle 16 oder 17, gehen ins berufsvorbereitende Jahr, kurz BVJ genannt, auf die Hildesheimer Walter-Gropius-Schule.

Sie sind notorische Sitzenbleiber, kommen oft aus sozial schwachen Elternhäusern oder Migrantenfamilien, wuchern nicht mit Selbstvertrauen, gelten als konzentrationsschwach und tendenziell gewaltbereit. Nur jeder Fünfte schafft den Hauptschulabschluss. Nachdem vor zwei Jahren Schüler einer anderen BVJ-Klasse einen Mitschüler über Wochen hinweg wiederholt vor laufender Videokamera gequält hatten, taten sich Stadttheater, Schule und Präventionsrat zusammen und richteten zwei Theaterklassen ein.

Und das Theater hat sie gepackt. Vier Jungs und acht Mädchen, denen niemand zugetraut hätte, sich mehr als einen Satz merken zu können, haben nach einem halben Jahr Unterricht und Proben Schillers «Räuber» in der Regie von Marc Prätsch auf die Bühne gebracht. ...

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Theater heute Jahrbuch 2006
Rubrik: Regeln der Straße, Seite 18
von Eva Behrendt

Vergriffen