Raphael Hillebrand; Foto: Ferry Dietel

Nachgefragt: Raphael Hillebrand

In tanz 8-9/17 gab es ein Interview mit dem Choreografen Raphael Hillebrand, Mitbegründer der Hip-Hop-Partei «Die Urbane», die bei der Bundestagswahl angetreten ist. 

Raphael Hillebrand, wie hat «Die Urbane» abgeschnitten? Wir waren nur in Berlin aufgestellt und haben 4000 Stimmen erhalten. Aber das soll sich nun bessern. Wir haben 200 Mitglieder. Mit ihnen versuchen wir, in allen Bundesländern vertreten zu sein, also richtige Landesverbände zu gründen.

Um in zwei Jahren ins Europaparlament einzuziehen? Genau, denn es reichen dafür drei Prozent Stimmen aus Deutschland. Es ist einfacher, in das Europaparlament als in den Deutschen Bundestag einzuziehen. Verrückt, was? 

Was ist aus den Hauptforderungen geworden? Bedingungsloses Grundeinkommen, doppelte Staatsbürgerschaft und kulturelle Vielfalt, das ist geblieben. Aber im Wahlkampf haben wir erlebt, dass wir das Thema zu eng gefasst haben. Und nur Leute anzusprechen, die sich mit Hip-Hop identifizieren, reicht nicht aus. 

Sondern? Uns geht es ganz generell darum, dass im Bundestag genau die Leute sitzen sollten, die man auch auf der Straße sieht. Da ist noch eine ziemliche Schieflage zu sehen in Bezug auf Geschlecht, Religion und Hautfarbe.

Machen wir hier Wahlwerbung? Wieso, ich bin ein politisch engagierter Choreograf und ganz bestimmt nicht der einzige in Deutschland.


Tanz Dezember 2017
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Arnd Wesemann