Debatte und Kunst

Die Zürcher Gessnerallee sagt eine Diskussion mit dem AfD-Ideologen Marc Jongen ab. Überlegungen von Res Bosshart.

Es scheint, dass in Europa zur Zeit die Furcht vor der gegnerischen Provoka­tion größer ist als der Drang zum Streitgespräch. Die Folge davon ist meistens ein freundliches Lächeln des Gegners. Deswegen: Nach der von vielen deutschsprachigen Theaterkünstlerinnen und -künstlern geforderten Absage des Podiumgesprächs «Die neue Avantgarde» im Züricher Theaterhaus Gessnerallee mit u.a. den Rechtspopulisten Marc Jongen (AfD) und Olivier Kessler (SVP) wird in der «Tages-Anzeiger»-Ausgabe vom Freitag, den 10.

März, dem «Vordenker» der Partei Alternative für Deutschland (AfD) eine ganze Seite mit großem Porträt zur Verfügung gestellt, sein «Demokratieverständnis» kundzutun. Sein Fazit: «Zur Demokratie gehört es, dass man den Gegner anhört. Und die Gegner haben sich als das demaskiert, was sie in mir sehen wollen: als Antidemokraten.»

Meines Erachtens stellen sich danach zumindest drei Fragen. Sie betreffen nicht das Ja oder Nein zur Gesprächsabsage, sondern befragen unsere Idee einer heutigen Theaterkunst, wie sie sich auf den deutschsprachigen Bühnen zeigt und ihre Widerspiegelung im politischen Alltag, z.B. eben im Unterschriftensammeln zur Verhinderung des Auftritts eines politischen ...

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Theater heute April 2017
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Res Bosshart