Erfolgreich engagiert für den Neubau

Die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch

Am 26. Oktober lud die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin zur Einweihung ihrer neuen Räumlichkeiten ein. Das Gebäude befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Zentralwerkstätten Ost-Berlin am Berliner Nordbahnhof. Das Architekturbüro O&O Baukunst schuf mit einem mit Holz verkleideten Bühnenturm, der zwei Studios beherbergt, eine markante Hommage an die frühere Nutzung. Alles ist jetzt unter einem Dach.

 

Schon von Weitem leuchtet der Bau, der nach dem Willen der Architekten vom Büro O&O Baukunst einen kulturellen „Stachel im Fleisch“ inmitten des in den vergangenen Jahren umgekrempelten Viertels um den Nordbahnhof bilden soll. Hochpreisige Lofts, Hotels und Bürobauten verdrängen dort nach und nach die Altbauten und damit die angestammte Bevölkerung. Als Hommage an die frühere Nutzung des stehengebliebenen Gebäudeteils – es waren die Zentralwerkstätten der staatlichen Bühnen Ost-Berlins – wurden die neu gebauten zwei Studios in einem Bühnenturm aus hölzernen Lamellen vor transparentem Hintergrund gestapelt. Zur Eröffnung in Rot angestrahlt, wies er wie ein Leuchtturm den Weg durch die glatten Betonklötze. Innen bot sich ein buntes Bild: Überall Besuchergruppen, Studenten oder mittlerweile berühmt gewordene Absolventen, Promis aus der Berliner Kulturszene, die sich durch die Gänge schoben. Dazwischen oder in den Studios und Proberäumen kleine Aufführungen und Performances der Studenten, die mit dem neu gewonnen Raum spielten. 

Die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, als Erste ihrer Art 1905 einst von Max Reinhardt gegründet und jetzt die renommierteste in Deutschland, vereint vier Sparten: Schauspiel, Regie, Choreografie und Puppenspiel. Ein neuer Masterstudiengang für Dramaturgie wurde jetzt eingeführt. Die Schule wuchs historisch, über die Stadt verstreut, das wesentliche Probenzentrum befand sich im Außenbezirk Schöneweide und das bat-Studiotheater am Prenzlauer Berg (siehe Kasten Seite 44) – dies wird weiter genutzt und wurde ebenfalls renoviert. Alle äußern sich positiv über den Bau, aber lebhafte Diskussionen gab es über die Wände der Bestandselemente, die ab einer Höhe von 2,30 m in ihrem rohen Zustand wie vorgefunden belassen wurden und auch die vorgenommenen Änderungen sichtbar beließen. „Wann wird das denn fertig?“ – die Frage hörte der Projektleiter, Architekt Tobias Ahlers, ständig, wie er bei einem späteren Rundgang berichtet. 

Geschichte sichtbar machen

Die Schule hat ihr neues Domizil mit einmaliger Beharrlichkeit und ungewöhnlichen Aktionen hart erkämpft und dafür gesorgt, dass ein wieder mal unrühmliches Kapitel Berliner Baugeschichte doch noch erfolgreich abgeschlossen werden konnte, nach insgesamt 21 Jahren, zwei Architekturwettbewerben und diversen Standortsuchen. 2009 wurde der Architekturwettbewerb ausgelobt, der zur Realisierung führte, die Kosten mit 33 Millionen Euro im Haushalt vorgehalten – bis sie 2012, als schon gebaut werden sollte, wieder herausflogen; wegen der Überschreitung des gedeckelten Budgets um 1,4 Millionen! 

Empört machten die Studenten mobil: Sie besetzen 2012 das Gelände der Zentralwerkstätten, campen dort und halten Unterricht im Freien ab. Sie erhalten breite Unterstützung von den prominenten Schauspiel-Absolventen und Kulturschaffenden. Endlich beendet der Senat diese Posse, das Projekt wird 2013 bewilligt, und 2014 ist Baubeginn. Die Insolvenz der Rohbaufirma – hier wurde die billigste ohne hinlängliche Referenzen beauftragt –, nicht im Budget enthaltene Kosten für Lüftung und Klimaanlagen sowie Bauverzug führten letztlich zu Kosten von 44 Millionen Euro und einer Bauverzögerung um ein Jahr. 

Ein großes Labor 

Der Projektleiter Tobias Ahlers von O&O Baukunst und der Technische Direktor Andreas Becker laden nach der Eröffnung zu einer Besichtigung. Beide betonen, dass die Zusammenarbeit vertrauensvoll und effektiv war, für solch ein spezifisches Projekt unabdingbar. Das Raumprogramm und wesentliche Eckpunkte für die Ausschreibung stammen von der Schule, Becker war intensiv daran beteiligt; er ist seit 1988 an der Ernst-Busch-Schule. Aber obwohl er den Betrieb in- und auswendig kennt, war es nicht einfach, den Raumbedarf zu ermitteln, denn die verstreuten Standorte ließen sich nicht einfach addieren. Was im Ergebnis entstanden ist, wird den Studenten aber, da ist er sicher, optimale Lern- und Arbeitsbedingungen schaffen. 

Den Architekten ging es darum, möglichst viel von dem Bestand zu erhalten und damit die Geschichte der Zentralwerkstätten sichtbar zu belassen. Entstanden ist eine Kombination von zwei Welten, erklärt Ahlers, „eine rohe und eine verfeinerte“. „Es gibt Gebäude im Bestand, die es einem einfach machen. Dieses Haus würde ich dazuzählen, weil es von der Struktur so stark ist, dass man es gut stehen lassen kann“, schreibt der verantwortliche Architekt Roland Duda. „Unsere Hochschule versteht sich als Werkstatt“, so Becker. „Alle Disziplinen haben von jeher zusammengearbeitet, und dafür haben wir jetzt natürlich ganz neue Möglichkeiten. Insofern passt der Werkstattcharakter des Bestands atmosphärisch natürlich bestens zu unserem riesigen Theaterlabor.“ 

An der linken Seite des Eingangs ist das Foyer um eine Kantine erweitert, ein rundum verglaster Kubus, Teil des öffentlichen Raums. Dieser ist mit einem „Vorhang“ aus gelöcherten Metall-Lamellen umgeben. Die Einrichtung mit hellem Mobiliar, Glastresen und kompletter Küche, draußen einer großen Terrasse, wurde in enger Abstimmung mit dem Studierendenwerk geplant. 

Die Arbeitsstraße 

Vor uns liegt ein langer Flur, die sogenannte Arbeitsstraße. Der Boden im „verfeinerten“ Modus besteht aus geschliffenem, leicht glänzendem Beton, eine elegante Anmutung mit Werkstattcharakter. In der Tat ist das Erdgeschoss mit Werkstätten belegt, in denen die Ideen der Studenten umgesetzt werden: der Präsenz- und Möbelfundus, die Tischlerei, die Beleuchterwerkstatt und die Schlosserei sind hier rechts aufgereiht. Hohe Räume mit Tageslicht bieten eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Ein Tor mit Laderampe zur Anlieferung führt nach außen, und im Inneren sind die Werkstätten miteinander mit ebenso hohen Türen verbunden, sodass die Materialen bis zum Lastenaufzug transportiert werden können – ein Durchlader, der neben dem Turm mit den Studios eingebaut ist und die Stockwerke verbindet. 

Auf der linken Seite befinden sich der Puppenfundus, die Gewandmeisterei und die Kostümschneiderei. Die Vorrichtungen zum Aufhängen der Puppen haben sich die Puppeneltern selbst ausgedacht und gebaut, berichtet Becker. Zur Anprobe gibt es vorne Künstlergarderoben. Die Kombination von neu und alt zieht sich durch alle Räume, besonders sichtbar aber ist sie im Flur. Die Wände wurden – auch im ersten Stock – ab der Höhe von 2,30 m belassen, so wie sie nach dem Auszug der Werkstätten vorgefunden worden waren. Die Architekten haben eine, wie sie es nennen, Wasserlinie eingezogen. Eingezogene Kabelwege, neue Mauer- und Betonteile oder Rigipsplatten wurden ebenfalls unbehandelt belassen. 

Der untere, neue Bereich ist mit Tafelfarbe bestrichenen Platten verkleidet, und die Studenten machen eifrig Gebrauch von dem uralten Kommunikationsmittel. Den Werkstatt- oder wie Rektor Holger Zebu Kluth, der den von 2005 bis 2017 amtierenden Wolfgang Engler ablöste, gern sagt „Laborcharakter“ der Schule haben die Architekten in eine möglichst transparente Gestaltung umgesetzt, wo die Tätigkeiten in den Räumen sichtbar sind. „Da haben wir aber einiges von den Studierenden gelernt“, sagt Ahlers. Denn die Idee, alle Türen mit Glas zu versehen, stieß nicht nur auf Begeisterung. Eine Probensituation sei auch etwas sehr Intimes, so der berechtigte Einwand. Im Erdgeschoss aber ist der Fundus von außen einsehbar. Der Flur erhält dadurch Licht von außen. Er endet in einem Fenster und öffnet den Blick in die Wohn- und Schlafzimmer der schicken Lofts vis-à-vis – sehr zum Verdruss ihrer Bewohner, die eine Schließung der Fenster einklagen wollen. 

Probieren und studieren

Hinauf geht es ins erste Stockwerk. Die Treppenhäuser wurden in den Altbau hineingesetzt und wie dieser aus Sichtbeton gebaut. „Dank an die Statik“ steht auf einem Tafelbild. Ja, hier ist alles robust und lastenmäßig sicher ausreichend ausgelegt. Das erste Stockwerk beherbergt die Ausbildungsräume, kleine Probebühnen für individuelle oder Kleingruppenarbeit mit Garderoben sowie drei größere Probebühnen. Die Probenräume sind mit Vorhängen und Scheinwerfern sowie Traversen ausgestattet (siehe „Bühnentechnische Ausstattung“, Seite 45). Sogar ein Fechtraum ist eingerichtet.

Wesentlich für alle Räumlichkeiten ist der Schallschutz, wie Becker betont. Dazu die Planer von Müller-BBM: „Mittels der Vorhänge kann die Raumakustik in den Proberäumen an die jeweilige Probensituation angepasst werden. Für den Schallschutz wurden die Decken mit einem tief abgestimmten schwimmendem Estrich und frei tragenden Gipskartonunterecken optimiert, um z. B. im Rahmen des Schauspielunterrichts schreiende und springende Studenten in angrenzenden Unterrichtsräumen nicht störend wahrzunehmen.“ 

Für theoretischen Unterricht sind ein größerer Seminarraum und ein kleinerer für Theorie vorhanden. Ahlers verweist auf die eindrückliche Raumhöhe. Hier war früher der Malersaal. Leider konnte die stützenfreie Originaldecke nicht erhalten werden. Die Gewichtung in der Raumaufteilung zeigt, dass das Studium einen großen Schwerpunkt auf praktische Arbeit legt. Das Zentrum dieses Labors ist aber doch ein geistiges: Eine großzügig gestaltete Bibliothek mit großen Fenstern und zum Flur hin verglast lädt ein zu Lektüre und Ausleihe und ist gut besucht. Auch hier sorgt eine qualitätsvolle Schallisolierung dafür, dass die Bibliothek einsehbar ist, aber Geräusche nicht vom Flur übertragen werden. 

Für Proben und Auftritte: die Studios

In den Altbau haben die Architekten den Turm mit zwei Studios „hineingeschoben“, wie Ahlers sagt, als eine „Holzkiste“. Das Treppenhaus aus Beton mit Holzverschalungen wickelt sich um die Studios, auch die Fluchttreppen für die Techniker führen ins Treppenhaus – dem Prinzip der Transparenz der Funktion folgend. Das Treppenhaus ist hell, die Holzlamellen sind innen mit einer Schicht aus Polycarbonat unterlegt, sodass innen und außen jeweils schemenhaft erkennbar sind. 

Die Studios, so Becker, entsprächen aufs Beste den Ansprüchen der Studenten. Dank flexibler Einrichtungen können die Studios nach Wunsch gestaltet werden. Mittels auch hier flexibel positionierbarer schallabsorbierender Vorhänge wird eine variable Raumakustik erzielt. An den Wänden wurden schallstreuende Elemente installiert, die die Diffusität des Schallfelds erhöhen. Beide Studios sind nach VStättVO für Publikum zugelassen.            

Dazu gibt es noch ein letztes Highlight, trepp‑ab und auf der anderen Seite wieder hinauf. Wir gelangen zum neu gebauten Verwaltungstrakt, auf den gerade wie ein Hut ein Aufnahmestudio gesetzt wird. Handwerker sind noch mit dem Einbau der hochwertigen Schallschutzelemente beschäftigt, aber in Zukunft können hier Musik und Gesang für die Produktionen aufgenommen und über das Datennetzwerk in den Studios abgespielt werden. 

Bühnentechnische Ausstattung

Die bühnentechnische Ausstattung der Hochschule wurde im Verlauf der Planung mit dem Nutzer detailliert abgestimmt und festgelegt.  Teilweise mussten aus Kostengründen Reduzierungen vorgenommen werden. Der Projektleiter des beauftragten Planungsbüros Kunkel Consulting International GmbH, Christoph Franzen, stellt die Anlagen vor: 

Die Studiobühnen

Eine umlaufende Arbeitsgalerie mit zwei über der Studiobühne verlaufenden Querstegen bietet umfangreiche Möglichkeiten zur flexiblen Einrichtung von Geräten und Anlagen der Bühnenbeleuchtung und AV-Technik. Unter der Arbeitsgalerie befinden sich umlaufende Vorhangschienen und abgehängte Stahlprofilbügel zur Montage von Scheinwerfern o. ä. Unter der Decke sind sieben in Längsrichtung horizontal verfahrbare Prospektzugwagen vorhanden, an denen jeweils ein Rohrwellenzug mit 350 kg Nutzlast abgehängt ist und je bis zu vier mobile Punktzüge eingesetzt werden können. Insgesamt sind vier horizontal verfahrbare Punktzüge mit 250 kg Nutzlast vorhanden, die später durch weitere Einheiten ergänzt werden können. Diese können über ein Punktzugwagensystem über der seitlichen Arbeitsgalerie zwischen den Prospektzugwagen umgesetzt und somit flexibel positioniert werden. Die Studiobühne ist mit an die Nutzung angepassten Anlagen der Bühnenbeleuchtung und AV-Technik ausgestattet. 

Zudem wurde eine Inspizientenanlage vorgesehen, die parallel und mobil in beiden Studiobühnen einsetzbar ist und die Kommunikation mit den Technikräumen, dem Personal sowie den Einruf in ausgewählte Proberäume ermöglicht. Eine Hälfte der Studiobühne hat eine Unterbühne, über der der Bühnenboden mit Bodenöffnungen und der Möglichkeit der Nachrüstung einer Drehscheibe ausgeführt ist. Eine modulare und mobile Tribüne ermöglicht das flexible Einrichten von Zuschauerbereichen. Die Ausstattung der Studiobühne III entspricht außer der aus Kostengründen nicht ausgeführten Obermaschinerie und Unterbühne der Ausstattung der darunterliegenden Studiobühne II. Die Obermaschinerie kann jedoch zu einem späteren Zeitpunkt mit geringem Aufwand nachgerüstet werden. 

Lehr- und Unterrichtsräume, Proberäume:

Insgesamt 25 Räume wurden mit Bühnenboden sowie größtenteils mit unter der Decke gleichmäßig verteilten Traversen, umlaufenden Vorhangschienen und einer Grundinfrastruktur zur Nutzung von mobilen Beleuchtungsanlagen ausgestattet. Weitere sechs Räume wurden mit fest installierter Infrastruktur für die Nutzung von mobiler Medien- und Tontechnik ausgestattet. 

Der Betrieb

Abschließend soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Umzug in ein gemeinsames Gebäude für alle Beteiligten eine große Veränderung bedeutete – natürlich im Positiven, aber doch einschneidend. Wurde dadurch technisches Personal „überflüssig“? „Im Gegenteil“, sagt Becker, „wir haben ja jetzt viel mehr zu beaufsichtigen und zu organisieren. Früher gab es keine Haustechnik, jetzt haben wir automatisierte Anlagen, die wir aber auch bedienen müssen. Weiterhin sind wir ja als Techniker auch in der Lehre tätig, z. B. indem wir den Studierenden praktisch zeigen, wie eine Bauprobe funktioniert.“ 

Mit Fachkräften für Veranstaltungstechnik liefe es aber gut, und ansonsten sei Teamwork angesagt: Auch die Ton- und Beleuchtungstechniker helfen mal bei den Dekors aus, wenn nötig. Die Proben werden von externen Inspizienten betreut, denn die Studenten haben noch nicht die Erfahrung, das alles selbst zu organisieren. Zudem sorgen sie für eine gewisse Kontinuität. Eine neue Technikerstelle wurde geschaffen, aber das wird sicher nicht reichen. Im Moment aber sind alle froh, dass der Bau bezogen ist, auch wenn überall noch Restarbeiten zu erledigen sind. Aber dieser Teil der Werkstatt macht hoffentlich bald dem ungestörten Studienbetrieb Platz! 

Projektbeteiligte 

Bauherr: Humboldt-Universität Berlin 

Planung:
Architektur: O&O Baukunst, Berlin 
Bühnentechnik: Theater Engineering Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin 

Ausführende Firmen Bühnentechnik:
Stahlbau: TTS Theatertechnische Systeme GmbH, Syke
Obermaschinerie und Steuerung: ARTTHEA Bühnentechnik GmbH, Radebeul
Bühnenboden: Bühnenbau Wertheim GmbH, Wertheim

Das bat-Studiotheater 

Einzige Auftrittsmöglichkeit für die Studenten an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch war bis dato das bat-Studiotheater am Prenzlauer Berg, Nachfolger des dort in den 60er-Jahren von Wolf Biermann und Brigitte Soubeyran gegründeten Berliner Arbeiter- und Studententheater (bat). Dies bleibt der Hochschule erhalten und wurde „zwischendurch“ in einem Kraftakt mit Bundesmitteln aus dem BaföG-Programm 2017 saniert und funktionell überarbeitet. Das Foyer wurde vergrößert, denn früher war es nur ein paar Meter tief und die Eingangstür führte direkt auf die Bühne – sehr schlecht für Zuspätkommende! Jetzt ist es hell und bietet Platz für die  Gäste, die sich zuvor drängelten. Der Zuschauerraum wurde umgedreht, die Zuschauertribüne – ebenso flexibel wie in den Studios der Schule – befindet sich direkt hinter dem Foyer und die Bühne am Stirnende. Die Wände wurden von den Architekten auch hier im wahrsten Sinne nach Spuren abgeklopft. Die Ziegelsteine sind jetzt sichtbar, also ebenfalls architektonisch unterstützter Werkstattcharakter, der Geschichte atmet. Das Theater ist direkt an ein Verwaltungsgebäude angegliedert. 

Die  Bühnentechnik sollte möglichst leicht handhabbar sein, damit die Studenten sie selbst bedienen können. Dazu die Planer von Theater Engineering: „Sie beinhaltet jetzt im Wesentlichen eine Trägerlage zur Aufnahme der gesamten Bühnentechnik und weiterer Nutzlasten im Spielbetrieb sowie eine umlaufende Galerieanlage mit zwei Verbindungsstegen. Neun Rohrwellenzüge, Qualität sowie 24 vertikale Montageschienen im Saal bieten eine flexible Nutzung. Eine  hochverfügbare Computersteuerung in SIL 3  sorgt für reibungslosen Betrieb. Ein neues digitales Mischpult mit Audio-Netzwerk und PC-Fernbedienung über WLAN, eine Inspizientenanlage sowie entsprechende Leitungsnetze für Ton, Video und Daten wurden in die bestehende Anlage integriert. In der Beleuchtung wurde eine neue Lichtstellanlage mit Pult und Fader-Erweiterung sowie einer Fernbedienung über WLAN mit Datennetzwerk und Leitungsnetzen sowie Dimmeranlage mit 120 Kreisen vorgesehen.“ Der erneuerte Bodenbelag schafft eine organische Verbindung zwischen Bühne und Zuschauerraum, analog zu den durchgehenden Ziegelwänden. 


Projektbeteiligte

Bauherr:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Berlin 

Planung:
Architektur: O&O Baukunst (Roland Duda, Manfred Ortner, Projektleitung: Tobias Ahlers), Berlin
Bühnentechnik: Kunkel Consulting International GmbH, Bürstadt
Raumakustik: Müller-BBM GmbH, München 

Ausführende Firmen Bühnentechnik:
Bühnenmaschinerie/Stahlbau: KFL GmbH, Löwenberg
Bühnensteuerung: ARTTHEA Bühnentechnik GmbH, Radebeul
Bühnenbeleuchtung: Amptown System Company GmbH, Hamburg
AV-Technik: HFE professionelle Studiotechnik GmbH, Leipzig
Bühnenboden: Ahlers & Lambrecht GmbH, Coesfeld
Zuschauertribünen: BÜTEC GmbH, Mettmann
Traversen, Vorhangschienen: Gahrens + Battermann GmbH, Berlin


BTR Ausgabe 6 2018
Rubrik: Thema: Bau & Betrieb, Seite 40
von Karin Winkelsesser