Kulturgeschichte des inszenierten Sehens
Die Kunsthalle Schirn in Frankfurt am Main widmet einer besonderen Kunstform, dem Diorama, derzeit eine große Ausstellung. Ein effektvoller Spiegelraum des Künstlers Philipp Fürhofer in der Rotunde des Museums schafft das Entree zu einem Rundgang durch die erstaunliche Geschichte der inszenierten Kunstwelten. Diese Welt entstand in Kooperation der „Schirn“ mit dem Pariser Palais de Tokyo. Sie zeigt die vielen Facetten des Dioramas vom Mittelalter bis heute.
Zur Frankfurter Ausstellung „Diorama – Erfindung einer Illusion“ in der Kunsthalle Schirn gelangt man über einen runden Innenhof, wo gleich schon ein formatfüllender Spiegel überrascht, der hoch über den Köpfen als Folie aufgespannt ist. Bildet er in einem Moment das Pflaster des Hofes mit all seinen Besuchern ab, wandelt er sich im nächsten Moment in eine halbtransparentes Medium. Platz und Menschen vervielfachen sich. Ein riesiger Raum tut sich nach oben hin auf, um sich im nächsten Moment per Lichtwechsel noch zwei, dreimal zu verändern – dann schließt sich der Spiegel wieder. Das Pflaster und die auf dem Kopf stehenden Betrachter sind wieder da. Das verblüfft, das überrascht, das geht ganz lautlos über die Bühne und bildet ...
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BTR Ausgabe 6 2017
Rubrik: Thema: Ausstellungen, Seite 14
von Herbert Cybulska
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