BTR 6 2022
Foyer
Beginn einer neuen Ära free
Einst für drei Jahre geplant, nun seit 26 Jahren im Betrieb: Der Musical Dome in Köln erhält mit „Moulin Rouge! Das Musical“ die aufwendigste Produktion seiner Geschichte – und damit ein komplett neues Gesicht. Ein Treffen mit Boris Neureiter, Technischer Leiter und Production Manager bei der Mehr-BB Entertainment GmbH, und Henning Pillekamp, Venue Manager im Musical Dome
Fokus und Branche
Produktionen
Erde, Weltraum, Postromantik
Beim Festival d’Automne in Paris (bis 31. Dezember) ist der Regisseur, Szenograf und Dramatiker Philippe Quesne gleich mit drei Produktionen vertreten. Seine Inszenierungen sind aber auch international sehr gefragt, darunter in Berlin, München oder Wien – Porträt eines sanften Poeten, der ironische Räume imaginiert und bespielt
„Menschliche“ Technik
In „chasing waterfalls“ performte – zum ersten Mal in der Musikgeschichte – Künstliche Intelligenz zusammen mit Menschen auf einer Opernbühne vor einem Livepublikum. Das Uraufführungsprojekt hat das Künstlerkollektiv phase7 aus Berlin zusammen mit der Semperoper Dresden entwickelt
Stimmungsvolle Lichttage in Stendal
Die Hansestadt Stendal feiert in diesem Jahr 1000-jähriges Bestehen. Im Rahmen der zahlreichen Veranstaltungen zu diesem besonderen Jubiläum wurden vom 13. bis zum 15. Oktober die achten Stendaler Lichttage präsentiert. Lichtkunst und Musik gingen im öffentlichen Raum eine faszinierende Symbiose ein, die wieder über 15.000 Menschen begeisterte
Spiel mit Symbolen
Die Oper „Carmen“ feierte Mitte Juni 2022 am Saarländischen Staatstheater Premiere. Georges Bizets Werk gehört zu den meistgespielten Opern, auch weltweit. Das künstlerische Team in Saarbrücken näherte sich dem Opernstoff mit einer unkonventionellen Bildersprache. Zu dieser Interpretation gehörte auch der effektvolle Einsatz von Pyrotechnik auf der Bühne
Markt
Bau und Betrieb
Das Kultur-Ufo ist gelandet
Mit sechs Jahren Verzug wurde im Spätsommer das Taipeh Performing Arts Center, kurz TPAC, eröffnet. Ein vorläufiger Höhepunkt in der Serie von Kultur-Neubauten, die der Inselstaat in den vergangenen Jahren realisiert hat. Das TPAC soll ein Theater fürs Volk sein und ist nun als Kultur-Ufo in einem quirligen Marktviertel gelandet
Die Bühneneinrichtung des TPAC
Beim Taipeh Performing Arts Center (TPAC) stellten die eigenwilligen Formen der Säle sowie die Lage hoch oben über der Stadt eine besondere Herausforderung für die Bühnenplaner dar. Zudem war eine größtmögliche Flexibilität der Räume im Hinblick auf die Bespielbarkeit gefordert. Ein Autorenteam des französischen Planungsbüros Ducks Scéno beschreibt die Herangehensweise an das Projekt und die technische Umsetzung
Kultureller Neubeginn
Mit den Theaterbauten in der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1975 befasst sich Frank Schmitz in seinem Buch „Spiel-Räume der Demokratie“. Der Kunst- und Architekturhistoriker stellt dabei die Wechselwirkungen von Architektur, Politik und Gesellschaft vor allem bei Entstehungsprozess und Planungsverfahren in den Fokus
Im Licht der 1930er-Jahre
Max Raabe und das Palastorchester locken das Publikum musikalisch vor allem in die Zeit der 1920er- und 1930er-Jahre. Der Lichtgestalter Dirk Lehmann beleuchtet die Bühnen im entsprechenden Stil. Bei der aktuellen Tournee gelingt ihm das mit energiesparenden LED-Leuchten
Nichts über uns ohne uns
Menschen mit Schwerbehinderung* haben ein Recht auf Erwerbstätigkeit im allgemeinen Arbeitsmarkt. Während ihre Beschäftigungsquote insgesamt zunimmt, finden sich nur wenige von ihnen im Bereich der Theatertechnik wieder – ein auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel unbefriedigender Zustand
Manuellen Arbeitsaufwand reduzieren
Die neuen Versionen der CAD-Software Vectorworks Spotlight, des Echtzeitvisualisierers Vision und der Add-ons ConnectCAD und Braceworks stärken ihre Bedeutung als Standard-Lösungen für Eventplaner:innen, die Wert legen auf kreative Gestaltung und automatisierte Arbeitsabläufe
Bücher
Ausstellungen
Aus Mauern werden Brücken
Seit 20 Jahren demonstriert der Foto- und Street-Art-Künstler JR erfolgreich die Macht von Papier und Kleister. In der Kunsthalle München wird noch bis zum 15. Januar 2023 mit „Chronicles“ die bislang größte multimediale Retrospektive seiner meist monumentalen Arbeiten gezeigt, mit denen er Grenzen überwinden und Brücken zwischen Menschen bauen will
Es lebe die Oper!
Seit mehr als 400 Jahren gibt es Opernaufführungen. Jede von ihnen stellt ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Gesang, darstellendem Spiel, Architektur, Bühnen- und Kostümbild dar. Wie sich dieses faszinierende Genre bis in die heutige Zeit entwickelte, zeigt die Ausstellung „Die Oper ist tot – Es lebe die Oper!“ noch bis zum 5. Februar 2023 in Bonn
Mehr als normal
Bis zum 30. April 2023 zeigt das Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna die Ausstellung „HYPERsculptures“. Abgesehen von der Größe der Kunstwerke – jedes Exponat füllt einen riesigen Raum – meint „hyper“ hier in erster Linie auch die „hyperneue“ Multimedia-Technologie, die zum Einsatz kommt
Beruf und Bildung
„Frei machen vom Newton’schen Weltbild“
Norbert Richter ist seit 2016 Leiter der Werkstätten am Theater Chemnitz. Im Rahmen des „Im/material Theatre Spaces“- Forschungsprojekts der digital.DTHG haben er und sein Team verschiedene Einsatzmöglichkeiten von immersiven Technologien am Theater erprobt. Projektleiterin Franziska Ritter sprach mit ihm über seine Erfahrungen rund um virtuelle Bauproben und den digitalen Transformationsprozess am Haus
Berufserfahrung zertifizieren
Mit einem Validierungsverfahren werden berufliche Fähigkeiten, die nicht durch eine klassische Ausbildung erworben wurden, bewertet und zertifiziert. Damit erhält man den Nachweis, über Kompetenzen wie eine ausgebildete Fachkraft zu verfügen – eine Chance für Ungelernte und Quereinsteiger:innen. Für mehr als 40 Berufe gibt es das Verfahren bereits, nun wird auch ein Angebot für den Beruf Fachkraft für Veranstaltungstechnik bei ausgewählten Industrie- und Handelskammern aufgebaut
Nachgefragt: Lukas Wieners
Lukas Wieners arbeitet seit rund einem Jahr als Fachkraft für Veranstaltungstechnik am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau, wo er auch schon seine Ausbildung absolvierte. Am Anfang seiner Theaterkarriere stand aber zunächst ein ganz anderes Gewerbe
Impressum
Nachruf
Pionierin des Lichts
Martemaria Scheunemann ist gestorben