Licht und Spiegel

Der Maler Pierre Soulages wusste, wie man aus tiefster Finsternis Licht hervorzaubert. Bei ihren Produktionen „Les yeux fermés“ und „Lumen“ tun es die freien Tanzkompanien der Choreografen Mickaël Le Mer und Jasmine Morand dem Künstler nach – mit neuen, eigenen Tricks

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Wenn Licht seine Wirkung voll entfalten soll, braucht es vor allem eins: Dunkelheit. Und noch etwas: Reflexionsflächen. Jasmine Morand in der Schweiz und Mickaël Le Mer in Frankreich beherrschen die Klaviatur aus Tag und Nacht perfekt und spielen mit ihr auf einem besonderen Instrument. Es sind die Körper der Tänzer. Die bewegen sich vor und auf mobilen Flächen, verstecken sich zwischen Licht und Finsternis und lassen Bilder entstehen, in denen Szenografie, Licht und Mensch miteinander verschmelzen.

Doch trotz ähnlicher Interessen: Morand und Le Mer arbeiten nicht zusammen und verfolgen unterschiedliche Recherchen. Was ihre Arbeiten verbindet, ist vor allem die Erkenntnis, dass Helligkeit und Schwärze miteinander verbunden sind wie das Yin und das Yang. Ob mobile vertikale Spiegel an der Bühnenrückwand oder eine Kippbühne, über der in 45-Grad-Winkel eine gigantische Spiegelfläche hängt, ihre Stücke „Les yeux fermés“ („Mit geschlossenen Augen“) und „Lumen“ bergen einige Überraschungen, die der Zuschauer zum Teil nur im Unterbewusstsein registriert.

Am Anfang war das Licht
Mickaël Le Mer ist Choreograf und arbeitet mit Tänzern, die aus dem Bereich Hip-Hop kommen. Doch in seiner ...

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BTR 2 2023
Rubrik: Licht, Ton, Produktionen, Seite 48
von Thomas Hahn

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