In etwas Höheres verwandelt

Der japanische Künstler Tadashi Kawamata baut ephemere Nester und Baumhäuser, immer im Zwiegespräch mit der Natur. Für das Champagnerhaus Ruinart bereitete er ortsspezifische Interventionen in Paris und zuletzt in Berlin

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Tadashi Kawamata hat einen besonderen Spürsinn für verbotene Orte. Vornehmlich in Nischen und Parks im urbanen Raum setzt er seine „Nester“ und Hüttenähnlichen Gebilde „Tree Huts“. Seine vergänglichen Architekturen aus Holzlatten verwandeln sich an Gebäuden, Straßen, Bäumen zu plastischen Graffiti, manchmal unscheinbar, mitunter wirbelnd ausufernd oder wie vom Wind verformt. Immer schön und ephemer.

In den frühen Achtzigerjahren begann der umtriebige Künstler, seine Street-Art-Interventionen in Japan, mit neuer Inspiration in New York und schließlich weltweit zu platzieren. Doch längst haben den unkonventionellen Bildhauer des zivilen Ungehorsams auch Kunstinstitutionen und -veranstalter für sich entdeckt. So auch jüngst im Palais du Tokyo in Paris, wo ihm zwei Wochen lang im Februar Raum für eine große Einzelschau mit zwei monumentalen, ortsspezifischen Arbeiten geboten wurde. Ausgerichtet hat den spektakulären Auftritt das französische Champagnerhaus Ruinart.

Wirbel und Nester
Im Inneren des ehrwürdigen Gebäudes schraubte sich ein gigantischer „Tornado“ aus Brettern durch das offene Treppenhaus bis hinauf ins Obergeschoss und breitete sich auf 20 mal 20 Meter unter der gläsernen ...

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BTR Ausgabe 3 2026
Rubrik: Foyer, Seite 4
von Irmgard Berner

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