„Von allen Plätzen bodennahe Details“
Antje Grajetzky: Kolja Huneck, für das Stück „SYMBIOSIS“ haben Sie eine mobile Spielstätte entwickelt. Welche technischen Anforderungen waren an die Konstruktion des Kuppelzelts gestellt und wie wurden diese gelöst?
Kolja Huneck: Das Projekt „SYMBIOSIS“ im Domzelt von meinem Duopartner, dem Schleuderbrettartisten Luuk Brantjes, und mir als Jongleur begann Anfang 2022 mit der Vision, unsere beiden verschiedenen Disziplinen des zeitgenössischen Zirkus in einer mobilen Spielstätte zu einem abendfüllenden Stück zu verbinden.
Zum Beispiel gab es erste Ideen, einen Lkw zu einer kleinen Spielstätte umzubauen. Schnell war aber klar, dass eine Tournee mit Lkw und die damit verbundene Logistik wie Parken und Ruhezeiten für uns nicht machbar sind. Das hätte auch unseren Nachhaltigkeitszielen nicht entsprochen, ebenso wie die Nutzung eines Lkw allein für den Transport. So haben wir uns im nächsten Schritt doppelwandig-aufblasbare Zelte angeschaut, weil das Material im Tourneebetrieb mit nur ein paar hundert Kilogramm sehr leicht ist. Jedoch ist der Stromverbrauch für die Gebläse, besonders während der geplanten mehrwöchigen Probenblöcke im Zelt, enorm. Uns begeisterte jedoch die freie Sicht im ...
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BTR Ausgabe 4 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 46
von Antje Grajetzky
FROM DAWN TILL DUSK Der Schatten in der Kunst der Gegenwart
von Stephan Berg (Hrsg.)
192 Seiten, 185 Abb., 22 × 29 cm, gebunden, Deutsch/Englisch. ISBN 978-3-7774-4544-1
Hirmer Verlag, München 2025 EUR 50,00
Der Schatten ist Symbol des Todes und Anzeichen für Unheimliches, Metapher für außerhalb des Zentrums stehende Existenzen. Die Facetten, für die die Präsenz...
Auf den ersten Blick wird man entführt in eine lang entfernte Vergangenheit. Haben hier Mammuts gehaust? Unter der hohen Decke hängen sechs jeweils neun Meter hohe Tapisserien, gewebt aus Flachs und Hanf. Sie haben keine Ecken und Kanten, sondern jede hat ihre eigene Form. In alle Richtungen fransen sie aus, wuchern und scheinen Eigenleben zu führen. An den Wänden...
Von wegen Provinz. Im Dorf Jagsthausen (Kreis Heilbronn) mit seinen 1800 Einwohnern wird seit 75 Jahren professionelles Freilichttheater gemacht. Am 22. Juli 1950 pilgerten mehr als 1000 Menschen zu Fuß oder in klapprigen Autos, auf Fahrrädern und Pferdewagen zur Götzenburg nach Jagsthausen. Ihr Ziel war die Premiere von Johann Wolfgang von Goethes...
