Von Spezies zu Spezies
Karl am Strand, Karl auf der Palme oder zwischen den Ästen, Karls Kot. Als Bild, Audio, Video oder gedruckt auf Bettdecke. Karl ist tot – und hat doch überlebt. In der Kunst. Karl ist ein Graupapagei und im Alter von rund achtzig vor einigen Jahren verstorben. Karl war ein sehr beredtes und aktives Wesen, wie sich anhand der Objekte in der Ausstellung „Parrot Terristories“ im Tieranatomischen Theater (TA T) in Berlin ganz nah und anschaulich betrachten lässt.
Allerdings hat er nicht alleine Hand, Pardon, Schnabel angelegt, sondern zusammen mit Clara, dem Graupapageienweibchen, seiner Gefährtin, die noch unter den Lebenden weilt. Dicke Korkeichenrinden wurden von den beiden zu bizarren Skulpturen zernagt, Pappkartons zu wellenpappigen Landkarten gestanzt und Bücher in skurrile Gestalten verwandelt. Gleich zu Anfang rückt, ausgestellt in einer eigenen Vitrine, eine in weißes Leinen gebundene und von Clara und Karl bearbeitete Ausgabe des anthropozentrischen Klassikers „Die Welt, in der wir leben“ in den Blick. Wenn man nicht weiß, dass da Vögel dran waren, fragt man sich, wer das so bildhauerisch bearbeitet hat. Offensichtlich interessierte das Graupapageienpärchen ja auch, in ...
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BTR Ausgabe 6 2024
Rubrik: Ausstellungen, Seite 69
von Irmgard Berner
Düsseldorf: „Moby Dick“
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