Abends spielen, am Tag bauen
Das Berliner Ensemble eröffnete Ende September 2019 sein sogenanntes Neues Haus. Das historisch gewachsene Probengebäude im Hinterhof ist zu einer zweiten Spielstätte mit zwei Sälen umgebaut worden, ein professionelles Tonstudio weist in die Zukunft. Aber noch ist nicht alles fertig. Das Projekt ist zweiphasig angelegt: Zur nächsten Spielzeit wird das berühmte Brecht-Theater ein einladendes Theaterquartier. Darüber freut sich der Initiator, Intendant Oliver Reese.
Die Eröffnung des Neuen Hauses Ende September wurde mit der Uraufführung von Karen Breeces „Mütter und Söhne“ und anderen Veranstaltungen begangen. Der Besuch des Stücks Anfang Oktober ohne Eröffnungsrummel war da eine gute Gelegenheit für ein erstes Erleben des Neuen Hauses. Der Name prangt groß auf dem mit Netzvinyl verkleideten Baugerüst vor der Fassade. Das schmale Foyer mit hohen Decken im Erdgeschoss ist schon lange vor Spielbeginn gut gefüllt. Gespielt wurde in dem Haus schon vorher, aber unter komplett anderen, provisorischen Gegebenheiten – besonders für Besucher aus Ostberlin und der damaligen DDR ein Ort gewachsener Theatergeschichte.
Zur Vorstellung geht es über eine neue, derzeit noch unverkleidete ...
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BTR Ausgabe 1 2020
Rubrik: Thema: Bau & Betrieb, Seite 80
von Karin Winkelsesser
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