Pierre Boulez Saal: Flexible Gestaltung

Ein variabler Raum, ein „Salle modulable“, der in den unterschiedlichsten Konfigurationen genutzt werden kann und gleichzeitig den Zuhörer bzw. Zuschauer intensiv in das Geschehen mit hineinnimmt: Die Umsetzung dieser Kernidee war eine wesentliche Aufgabe für die Konzeption und Planung der Veranstaltungstechnik Zusammen mit der architektonischen Gestaltung entstand eine enge Symbiose, wie der Fachplaner für Bühnentechnik berichtet.

Für den üblichen Konzert- und Vorstellungsbetrieb haben sich im Wesentlichen vier Nutzungsszenarien herauskristallisiert, die in der aktuellen Spielzeit alle genutzt werden. In der Planungsphase war die „echte“ Nutzbarkeit der Flexibilität ein viel diskutierter Punkt. Es stand auch die Frage im Raum, ob die Teleskoptribüne überhaupt in diesem Maß genutzt werden würde und daher durch eine feste Bestuhlung ersetzt werden könnte.

Da zu diesem Zeitpunkt weder ein künstlerischer Leiter noch ein künstlerisches Betriebskonzept für den Saal existierte, mussten seitens der Planung Annahmen für den Betrieb und somit Festlegungen für die Zukunft getroffen werden. Als Planungsvorgabe waren ca. zehn öffentliche Konzerte pro Jahr vorgesehen, in der Realität sind es nun rund 100 geworden. Dazu kommen noch sämtliche Probentermine der Studenten der Barenboim-Said Akademie, des West-Eastern Divan Orchestra und der aufführenden Künstler hinzu. Der Saal wird also intensiv genutzt. Erfreulicherweise wird auch die Bühnentechnik in der konzipierten Weise genutzt, und das von Anbeginn.

Teleskoptribüne

Die Teleskoptribüne ist das wesentliche Element, durch den der Konzertsaal variabel gestalt- und nutzbar ...

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BTR Sonderband 2017
Rubrik: Thema: Technologien, Seite 94
von Florian Schaller

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