Zwischen Realität und Imagination
Die berührendste Szene spielt sich zum Schluss der Pressekonferenz auf der Probebühne des Berliner Ensembles ab, als Adam Ganz auf die Bühne tritt, um sich von den Journalisten fotografieren zu lassen – mit dem einzigen physischen Objekt, das das Bühnenbild zu seinem Stück „Felix’s Room“ enthält: eine Barock-Kommode, die seinem Urgroßvater Felix Ganz gehörte. Und das eines der wenigen Möbel war, die der wohlhabende Mainzer Geschäftsmann 1941 aus seinem Haus in seine letzte Wohnung mitnehmen konnte, bevor er erst nach Theresienstadt und dann nach Auschwitz deportiert wurde.
Mit seiner Frau Erna lebte Felix Ganz 1941 bis 1942 in einem sogenannten Judenhaus, beschränkt auf ein Zimmer, von dem er Verwandten in einem Brief eine Skizze schickte. Diese Skizze war die wichtigste Grundlage für die Rekonstruktion des Zimmers in der aufwendigen Hybrid-Inszenierung „Felix’s Room“, die das Berliner Ensemble und die Komische Oper zusammen produziert haben. Finanziert wurde sie mit Mitteln einer „Spielräume“-Förderung der Kulturstiftung des Bundes. Von einer Jury wurde das Konzept zu „Felix’s Room“ aus mehr als 300 internationalen Bewerbungen ausgewählt.
Eine Kommode zum Sprechen bringen
Dass ...
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BTR 4 2023
Rubrik: Produktionen, Seite 26
von Sophie Diesselhorst
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Tadao Andō, Jahrgang 1941, ist ein japanischer Architekt – ein Autodidakt, der sein Wissen hauptsächlich auf Reisen durch die Vereinigten Staaten, Europa und...
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