Wir sollten einander vermissen

Als eines der ersten Theater in Rheinland-Pfalz hat das Schlosstheater Neuwied mit der Uraufführung der „Corona Papers“ nach dem Shutdown wiedereröffnet. Stephan Lack schrieb das Stück, während das künstlerische Team nach Vorlage seines Exposés Anfang Mai die Besetzung vornahm, das Bühnenbild plante und zu proben begann. Auf der Facebook-Seite des Theaters ließ sich der Produktionsprozess in Form der YouTube-Serie „Corona Papers – Das Produktionstagebuch“ miterleben.

Am 13. März wurde der reguläre Vorstellungsbetrieb am Schlosstheater Neuwied aufgrund der Corona-Pandemie eingestellt. Das Schlosstheater ist Sitz der Landesbühne Rheinland-Pfalz. Diese wird jedoch nicht vom Land finanziert, sondern von einer privaten Stiftung, sodass der Shutdown die Existenz der Institution unmittelbar bedrohte.

Intendant Lajos Wenzel setzte alles daran, den Kontakt zum Publikum nicht abreißen zu lassen. Über den Facebook-Auftritt des Theaters veröffentlichte er beinahe täglich Informationen zur Situation am Theater.

Eil-Auftrag: ein Theaterstück über das Hier und Jetzt

Für Wenzel schien es undenkbar, irgendwann den Betrieb wiederaufzunehmen, als sei nichts gewesen. Er wollte den Geist der Corona-Zeit für die Bühne analysieren und manifestieren lassen und vergab an den Wiener Autor Stephan Lack den Auftrag, in kürzester Zeit ein Theaterstück über das Hier und Jetzt zu verfassen. Die Vorgaben lauteten: 90 Minuten, zwei Schauspieler, ohne Kontakt.

Anfang Mai begann die Produktion mit dem Titel „Corona Papers“ und wurde auf Facebook in Form von „Corona-Papers – Das Produktionstagebuch“ dokumentiert. Nachdem die Regierung von Rheinland-Pfalz beschlossen hatte, dass ...

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BTR Ausgabe 4 2020
Rubrik: Thema: Produktionen, Seite 44
von Juliane Schmidt-Sodingen