„Wir sind eine dynamische Branche“

Jens Schröder ist seit seinem Studium zum Maschinenbauingenieur für die Theatertechnische Systeme GmbH in Syke tätig, einem Hersteller für Bühnentechnik. Ebenso lange engagiert er sich in der DIN-Arbeit, die sich mit maschinentechnischen Einrichtungen beschäftigt. Ein Gespräch über Meilensteine in der Normungsarbeit, über Initiativen zur europäischen Arbeit und die Bedeutung von DIN-Normen

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Warum macht ihr diese komplizierten Sicherheitsvorschriften, es passiert doch nichts!?“, wird Jens Schröder, Maschinenbauingenieur bei Theatertechnische Systeme, oft auf seine Arbeit in DIN-Ausschüssen angesprochen. Er sieht sich bestätigt, denn eben wegen dieser Regeln würde nichts passieren.

BTR: Herr Schröder, wie lange sind Sie bereits in der DIN-Arbeit tätig?
Jens Schröder: Gleich nach dem Studium begann ich in Syke mit der Bühnentechnik.

Damals hat mich unser Vertriebsleiter Karl-Heinz Wollert, der im DIN sehr engagiert war, in die Sitzungen mitgenommen. Ich fand das gleich ziemlich spannend. Seitdem arbeite ich im Normungsausschuss, der sich mit den Maschinen beschäftigt, und leite ihn seit ca. 20 Jahren.

Was bedeutet diese Tätigkeit für Sie, als Ingenieur in einem produzierenden Unternehmen? 
Ich fand es von Anfang an total interessant, mich mit anderen über technische Dinge auszutauschen. Außerdem fanden unserer Sitzungen am Anfang noch an wechselnden Orten, meistens in Theatern statt, die auch gemeinsam besichtigt wurden – dass war natürlich für mich als junger Ingenieur eine zusätzliche Motivation. Inzwischen treffen wir uns auf nationaler Ebene ausschließlich in Berlin ...

Weitere Aspekte im Überblick

Grundsätze der Normung
Die Normungsarbeit erfolgt national und international unter 10 Grundsätzen:
- Freiwilligkeit
- Öffentlichkeit
- Beteiligung aller interessierten Kreise
- Konsens
- Einheitlichkeit und Widerspruchsfreiheit
- Sachbezogenheit
- Ausrichtung am Stand der Wissenschaft + Technik
- Ausrichtung an den wirtschaftlichen Gegebenheiten
- Ausrichtung am allgemeinen Nutzen
- Internationalität

Aktualität von Normen
Jede Norm muss mindestens alle 5 Jahre auf den Stand der Technik überprüft werden.
Danach wird diese bestätigt, überarbeitet oder ersatzlos zurückgezogen.

Europäische/internationale Normungsarbeit im Bereich NVBF
Die europäische und internationale Normungsarbeit wird in den Technischen Komitees von CEN bzw. ISO durchgeführt. Dafür entsendet der jeweilige DIN-(Spiegel-)Ausschuss eine Delegation seiner Experten zu den TCs (Technical Committee), SCs (Subcommittee) und WGs (Working Group). Diese Delegation ist angehalten, die Interessen des Arbeitsausschusses auf den europäischen und internationalen Sitzungen zu vertreten.

Übernahme von europäischen/internationalen Normen
Eine Europäische Norm (EN) muss in allen Mitgliedsländern des CEN ...

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BTR Sonderband 2023
Rubrik: Potenziale & Initiativen, Seite 83
von Iris Abel

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