Was wir brauchen – und was nicht
Es geht nicht mehr um Ziele. Es geht nicht darum, eine Richtung einzuschlagen, Probleme zu erkennen und zu beseitigen und eine Situation zu verbessern. Es geht ausschließlich darum, den Tanz ums goldene Kalb am Laufen zu halten. Es ist wichtig, abstrakte Gefahren und Risiken abzuschätzen, egal wie fern und konstruiert sie sein mögen, und in langen und aufwendigen Prozessen alles zu verhindern, was den Menschen das Leben und Arbeiten erleichtern könnte. Dabei ist jede noch so unsinnige bürokratische Zwischenstation eine willkommene Helferin der Unbeweglichen.
Gut die Hälfte der Theater muss inzwischen ohne die nötigen Meister zurechtkommen, einige Häuser haben niemanden mehr mit dieser Qualifikation und gehen auch bei Ausschreibungen leer aus. Bewerbungen: keine! Auch reißen sich die Nachkommen nicht gerade um die Meisterstellen, weil man spätestens nach Erreichen des Meisterbriefs mit dem operativen Geschäft fast nichts mehr zu tun hat. Man füllt Tabellen aus, prüft und wägt ab, schreibt es vor allem auf, legt es (meist) für immer ab und wartet. Falls mal etwas passiert, hat man alles so gemacht, wie es sich drei Anwälte in ernsten Runden und für ordentliche Honorare bei Kaffee und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
BTR Ausgabe 2 2024
Rubrik: Beruf und Bildung, Seite 76
von Wesko Rohde
Wir haben noch bis 5:30 Uhr rumgeschraubt“, entschuldigt Christopher Bauder die verspätete Pressekonferenz zur Weltpremiere von „Vektor“ am 1. Februar im ehemaligen Heizkraftwerk in Berlin-Mitte. Das Kraftwerk ist ein Stück Berliner Industriegeschichte, erbaut etwa zeitgleich mit der Berliner Mauer. Apropos Mauer: Bauder wurde vor allem mit der Installation...
BTR: Frau Schmidt, wie sind Sie zum Theater gekommen?
Heike Schmidt: Schon in der Schulzeit bin ich sehr oft im Theater gewesen, weil die Eltern von Klassenkameraden dort als Tänzer beziehungsweise Musiker arbeiteten. Und wie das so ist, rieten mir die Leute vom Theater: „Fang bloß nicht bei uns an, lerne auf keinen Fall bei uns!“ Ich habe dann also bei der...
Für die Produktion „Das 13. Jahr“ hat das Immersionstheaterkollektiv SIGNA (siehe Kasten Seite 20) ein ganzes Dorf in eine leerstehende Hamburger Fabrikhalle gebaut: zehn ärmliche Hütten, in denen jeweils eine (Rumpf-)Familie lebt. Das Dorf ist von ewigem Nebel umhüllt, wirklich hell wird es nie, außerdem führt kein Weg hinaus in die Zivilisation. Zudem lauern in...
