„Was gestern lief, ist heute schon Geschichte!“

Die Berliner Akademie der Künste besteht seit über 300 Jahren. Weltweit einzigartig und dafür zu wenig bekannt ist das spartenübergreifende Künstlerarchiv, das seit 70 Jahren systematisch aufgebaut wird. Der Bestand umfasst derzeit um die 1100 Archive von Künstlern und ist öffentlich zugänglich. Stephan Dörschel, Leiter des Archivs für Darstellende Kunst, berichtet über das Archiv und ein aktuelles Projekt, in dem Theater in der Pandemie erforscht und dokumentiert wird – für die Zukunft.

Seit ihrer Gründung hatte die Akademie in veränderten Ausprägungen im Wesentlichen die Aufgabe, die Regierung zu beraten und den Austausch unter Künstlern zu fördern. Die Akademie der Künste hatte ihren Sitz seit 1907 in einem historischen Gebäude von 1735 am Pariser Platz nah am Brandenburger Tor. 2005 wurde an gleicher Stelle ein prominenter Neubau fertiggestellt. Die West-Akademie wurde 1962 im Hansaviertel im Tiergarten gebaut.

Mit Ausstellungen, Lesungen, Filmvorführungen und anderen Veranstaltungen präsentiert sich die Akademie in diesen beiden Häusern der interessierten Öffentlichkeit. In der Nähe der Charité, am Robert-Koch-Platz 10, befindet sich der Hauptsitz des Archivs mit Lese-Saal, wo Besucher in der Präsenz-Ausleihe lesen und studieren können. Hier ist Stephan Dörschel beruflich zu Hause, und sofort ist sichtbar, dass seine Tätigkeit viel mehr als ein „Job“ ist. Halbgeöffnete Kisten auf dem Boden, überall Stapel von Dokumenten, in den Regalen Archivkästen und an den Wänden Porträts und Poster historischer Theaterproduktionen.

BTR: Herr Dörschel, dies sieht hier aus wie ein lange gewachsenes „Reich“. Wann und wie führte Ihr Weg an die Akademie der Künste?

Stephan ...

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BTR Ausgabe 6 2020
Rubrik: Thema: Tagungen & Ausstellungen, Seite 22
von Karin Winkelsesser

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