Viel Klang und Plüsch

Nach vier Jahren Umbauzeit unter Federführung des Architekturbüros Herzog & de Meuron eröffnete Ende August wieder das Stadtcasino Basel. Es ist berühmt für den Raumklang seines denkmalgeschützten Musiksaals, der nun endlich auch eine ­Lüftungsanlage besitzt. Bei all den Neuerungen war vordringliches Ziel, die akustischen Qualitäten des Saals nicht nur zu ­wahren, sondern sie sogar auszubauen.

Basel gilt gegenüber Zürich als Architektur-Hauptstadt der Schweiz. So hat das bekannteste Schweizer Architekturbüro unserer Zeit, Herzog & de Meuron, das weltweit erfolgreich ist und für Hamburg die Elbphilharmonie und für Berlin das neue Museum des 20. Jahrhunderts der Neuen Nationalgalerie entworfen hat, seinen Sitz in der Stadt am Rhein. Eine gewisse Konkurrenz gegenüber Zürich betrifft auch die Konzertsäle der beiden größten Städte im helvetischen Bund. Während Zürich die Tonhalle hat, ist in Basel der Musiksaal im Stadtcasino als bester Konzertsaal der Stadt bekannt.

Es liegt zentral mitten in der Innenstadt am Barfüsserplatz. Diese Lage ist Vor- und Nachteil zugleich: Denn die gute Erschließung und Erreichbarkeit per Tram geht einher mit dem Lärm der Straßenbahnen, die direkt am Konzertsaal vorbeifahren und die Akustik im Saal traditionell stark beeinträchtigen – der Legende nach gab es mehrmals Solisten, die es angesichts der quietschenden Störgeräusche ablehnten, im Casino-Saal zu konzertieren.

Diese Schmach konnte die reiche Pharma-Stadt Basel nicht auf sich sitzen lassen und bastelte über viele Jahre hinweg an einer Lösung. Es wurde ein großer internationaler ...

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BTR Ausgabe 6 2020
Rubrik: Thema: Bau & Betrieb, Seite 60
von Ulf Meyer

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