Spiegel der Kreativität
Theater findet nur im Raum und in der Zeit statt. Was von ihm für die kulturgutbewahrenden Institutionen übrigbleibt, sind die Zeugnisse eines Ereignisses in der Vergangenheit. Das macht die besondere Herausforderung für Theaterarchive aus: Was ist davon bewahrenswert und was ist davon bewahrensfähig? Das Theaterarchiv der Berliner Akademie der Künste hat sich vor allem auf das sogenannte Schriftgut konzentriert.
Das ist schon eine Menge und zeugt in seiner Materialfülle wie -vielfalt von der Vielfältigkeit der theatralen Kunst in all ihren Spielarten: Musik-, Sprech- und Tanztheater, das musikalischliterarische Kabarett der 1920er-Jahre wie auch das politische Kabarett der Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, dies alles bezogen auf den deutschsprachigen Raum im 20. und 21. Jahrhundert. Wurde das Theater als eigenständiges Kunstgenre erst im 20. Jahrhundert anerkannt, so „dienten“ von Anfang an sämtliche Künste diesem ephemeren Kunstwerk.
Die Akademie sammelt also dreidimensionale Objekte zur Theatergeschichte, z. B. Kostüme, Requisiten, Bühnenmöbel sowie eben auch Bühnenbildmodelle, nur exemplarisch, weil sie keine permanenten Ausstellungsflächen dafür zur Verfügung hat und es auch ...
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BTR Ausgabe 1 2024
Rubrik: Ausstellungen und Workshops, Seite 84
von Stephan Dörschel
In der ersten Ideenentwicklung standen für Regisseurin Maja Delinić und Bühnenbildnerin Ria Papadopoulou drei Themen im Mittelpunkt: die Atmosphäre, das Wort und der Körper. Weniger ist mehr, sagten sie sich und wollten minimalistisch arbeiten, also viel Raum für die Text- und Probenarbeit lassen. „Ein offener Raum, der ins Unendliche geht, war ein weiterer...
Chicago, Ende der Zwanzigerjahre. Die Stadt war geprägt von gesellschaftlichen Umbrüchen, rasanter technischer Entwicklung, Prohibition und Kriminalität, dem Erwachen des Medienzeitalters, Überlebenskampf und ruchlosem Reichtum, Depression und zügellosem Lebenshunger. In diesem Ambiente spielt das von Bob Fosse und John Kander geschriebene Musical „Chicago“....
Ob van Gogh, Gustav Klimt, Monet oder Frida Kahlo – Malerei als immersives Erlebnis in Ausstellungshallen zu präsentieren, ist seit einigen Jahren ein erfolgreicher Trend. In der Spielzeit 22/23 hat es die farbenprächtige Bildwelt eines weniger bekannten Malers auf die Bühne geschafft. Am 9. März 2024 läuft am Staatstheater Oldenburg ein letztes Mal „Radziwill oder...
