Mischkünstler im Hintergrund
Sehr entspannt und zufrieden wirkt Sebastian Zündorf (42), als wir uns im Bistro des Feldbahnmuseums Rommerskirchen-Oekoven in Nordrhein-Westfalen treffen. Mit abgewetzter Jeans, schwarzem T-Shirt, lichtem Haar und Dreitagebart sieht er aus wie ein Bahnarbeiter. Fast stimmt das auch: „Mittlerweile mache ich hier meine Dampflok- und Kesselwärterausbildung. Da habe ich dann halt einen Beruf zum Hobby gemacht.“ Zündorf engagiert sich in seiner Freizeit ehrenamtlich in dem Museum, um von seinem Berufsalltag abzuschalten.
Ursprünglich wollte er wirklich Lokführer im normalen Bahnbetrieb werden, begann in den 90er-Jahren eine Ausbildung. „Aber da sind in den ersten drei Monaten so viele Unfälle passiert, zwar nicht mir, aber generell im Betriebsdienst. Da habe ich dann gesagt: Leute, damit höre ich jetzt auf.“ Die Aufschrift des englischen Lautsprecherherstellers „Ohm“ auf dem T-Shirt verrät, dass Zündorf auch ohne Bahn-Ausbildung hauptberuflich eine Art Anlagenführer ist: Er wurde selbstständiger Live-Tontechniker.
Erste Ton-Erfahrungen schon zu Schulzeiten
In der siebten Klasse wirkte Zündorf in der Theater-AG seines Gymnasiums mit, als Laienschauspieler. „Ich habe dann relativ ...
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BTR 5 2023
Rubrik: Tontechnik & Akustik, Seite 58
von Simon Schomäcker
Nachts im Regenwald kann man Angst kriegen. Das gibt sogar David Monacchi zu, der einige Übung darin hat, Nächte in Wäldern zu verbringen. Seit 2002 bereist er, ursprünglich Komponist, die Regenwälder der Welt entlang des Äquators und nimmt ihre Klanglandschaften auf – die sich besonders nachts voll entfalten, wenn die Lebewesen, die in ihnen wohnen, bei totaler...
Am 29. Oktober 1923 nahm der erste deutsche Radiosender, die spätere Funk-Stunde AG, einen regelmäßigen Programmbetrieb auf. Das Ereignis gilt vielen als Geburtsstunde des öffentlichen Rundfunks in Deutschland. Was damals mit keinem einzigen zahlenden, aber diversen „Schwarzhörern“ begann, entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zu den prägenden Massenmedien...
Blitz, Donner, Platzregen bei der Aufführung von „Frankenstein“ auf der Felsenbühne im Fichtelgebirge: Die monströse Maschine, die Tote mit Elektroschocks zum Leben erwecken soll, ist das kreative Konstrukt der hauseigenen Werkstätten der Luisenburg-Festspiele, doch das Gewitter ist real. Ein Scheinwerfer ist ausgefallen, überall bilden sich Pfützen. Kurzfristig...
