Mischkünstler im Hintergrund

Seit 1998 ist Sebastian Zündorf aus Jüchen bei Mönchengladbach Live-Tontechniker. In 25 Jahren hat er nicht nur Wissen, Können und den eigenen Technikbestand stetig erweitert. Er durfte viel von der Welt sehen und seine Kenntnisse weitergeben, baut selber Lautsprecher, führt eine eigene Firma – und hat mit der Zeit auch gelernt, zu delegieren und einfach mal abzuschalten

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Sehr entspannt und zufrieden wirkt Sebastian Zündorf (42), als wir uns im Bistro des Feldbahnmuseums Rommerskirchen-Oekoven in Nordrhein-Westfalen treffen. Mit abgewetzter Jeans, schwarzem T-Shirt, lichtem Haar und Dreitagebart sieht er aus wie ein Bahnarbeiter. Fast stimmt das auch: „Mittlerweile mache ich hier meine Dampflok- und Kesselwärterausbildung. Da habe ich dann halt einen Beruf zum Hobby gemacht.“ Zündorf engagiert sich in seiner Freizeit ehrenamtlich in dem Museum, um von seinem Berufsalltag abzuschalten.

Ursprünglich wollte er wirklich Lokführer im normalen Bahnbetrieb werden, begann in den 90er-Jahren eine Ausbildung. „Aber da sind in den ersten drei Monaten so viele Unfälle passiert, zwar nicht mir, aber generell im Betriebsdienst. Da habe ich dann gesagt: Leute, damit höre ich jetzt auf.“ Die Aufschrift des englischen Lautsprecherherstellers „Ohm“ auf dem T-Shirt verrät, dass Zündorf auch ohne Bahn-Ausbildung hauptberuflich eine Art Anlagenführer ist: Er wurde selbstständiger Live-Tontechniker.

Erste Ton-Erfahrungen schon zu Schulzeiten
In der siebten Klasse wirkte Zündorf in der Theater-AG seines Gymnasiums mit, als Laienschauspieler. „Ich habe dann relativ ...

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BTR 5 2023
Rubrik: Tontechnik & Akustik, Seite 58
von Simon Schomäcker

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