Meister für Veranstaltungstechnik – ein Mangelberuf?

Der Weg von der dreijährigen dualen Ausbildung zur „Geprüften Fachkraft für Veranstaltungstechnik“ über die Berufspraxis hinweg zum „Geprüften Meister für Veranstaltungstechnik“ ist interessant und gespickt mit vielen Herausforderungen. Was kennzeichnet dieses vielfältige Berufsbild und die Tätigkeit auf der Bühne heute? Ein Gespräch mit Christoph Frank, Meister für Veranstaltungstechnik am Nationaltheater Mannheim.

In fast jedem Handwerksbetrieb ziert der Meisterbrief in einem ansprechenden Bilderrahmen eine Wand. Dabei möchte der Inhaber anschaulich auf seine erworbene Qualifikation hinweisen. IHK-geprüfte „Meister für Veranstaltungstechnik“ hingegen gehen verhalten mit ihrer erworbenen Kompetenz um. Offensichtlich haben sie es sich angewöhnt, unauffällig der Kunst und den Besuchern zu dienen. Meister für Veranstaltungstechnik sind es gewohnt, leise, zuweilen im Dunkeln, ihre Arbeit auf der Bühne zu verrichten. Schaut man ihrem Treiben zu, bemerkt man die ambitionierten Leistungen sofort.

Stresserprobt und kreativ

Meister für Veranstaltungstechnik müssen technisch-künstlerisch arbeiten und zugleich damit zurechtkommen, dass das, was gestern noch ausstattungstechnisch auf der Bühne als notwendig erachtet wurde, nach Abbau der Produktion entsorgt werden muss. In rasantem Tempo und bisweilen unter miserablen Wetter- und Arbeitsbedingungen einen populären Event unter freiem Himmel einzurichten, für die Künstler die technische Backstage zu organisieren, die Vorstellung dann noch souverän und störungsfrei zu realisieren, ist nicht immer ein Zuckerschlecken – aber immer ein besonders nachhaltiges ...

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BTR Sonderband 2020
Rubrik: Thema: Berufsbilder & Porträts, Seite 64
von Walter Mäcken

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