Mehr als die Inszenierung von Klang

Die Oper „Bählamms Fest“ von Olga Neuwirth wurde am Eröffnungswochenende der Ruhrtriennale (14. August bis 25. September) in der Jahrhunderthalle in Bochum gezeigt. Es war die erste Inszenierung nach der Uraufführung 1999 durch das Klangforum Wien unter Johannes Kalitzke bei den Wiener Festspielen. In Bochum waren tolle Musik – das Ensemble Modern unter der Leitung von Sylvain Cambreling – und eine streitbare Inszenierung zu erleben.

Es fühlte sich noch ganz fragil an, dass nun wirklich die Ruhrtriennale stattfinden konnte. Am Eröffnungswochenende Mitte August war im Morgengrauen ein Konzert in der Maschinenhalle in Gladbeck-Zweckel zu erleben, am Abend dann die erste große Theaterpremiere mit „Der Untergang des Hauses Usher“ in der Inszenierung von Barbara Frey, Intendantin der Ruhrtriennale von 2021 bis 2023. Ein Fokus ihrer ersten Festival-Ausgabe sind die Übergänge vom Wachen in den Traum, von der Wirklichkeit ins Surreale, vom Sukzessiven ins Simultane.

Und sie stellte sehr viele Künstlerinnen in die erste Reihe. Es ist das erste Mal, dass mit „Bählamms Fest“ Musiktheater aus der Feder einer Komponistin im Rahmen der Ruhrtriennale inszeniert wird. Olga Neuwirth ist Österreicherin. Mit 16 Jahren lernte sie die Schriftstellerin Elfriede Jelinek kennen, mit der sie seitdem befreundet ist und mit der zahlreiche gemeinsame Arbeiten entstanden sind. So wurde Neuwirth mit Miniopern nach Texten von Jelinek international bekannt und anerkannt. Seitdem werden ihre Werke weltweit präsentiert. In vielen ihrer Werke verbindet die Komponistin Livemusik mit Elektronik und Video zu audiovisuellen Erlebnissen. Auch ...

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BTR 5 2021
Rubrik: Tontechnik/Akustik, Seite 18
von Antje Grajetzky

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